Gottesmutter die Herrschende

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Orthodoxes Glaubensbuch - Gottesmutter die Herrschende

Die Geschichte der Erscheinung dieser Ikone der Gottesmutter ist besonders dadurch bemerkenswert, dass sie aufs engste mit dem Schicksal Russlands verbunden ist. Diese Mutter-Gottes-Ikone wurde am selben Tag aufgefunden, an dem der Dulder-Zar Nikolaj Aleksandrovič abdankte.

Die Auffindung geschah unter folgenden Umständen.

Die im Dorf Počinok im Landkreis Bronnicy lebende Bäuerin Evdokija Adrianova vernahm im Schlaf eine geheimnisvolle Stimme: “Es gibt im Dorf Kolomenskoe eine große schwarze Ikone. Man soll sie holen, reinigen und vor ihr beten.” Die fromme Frau betete daraufhin inständig um genauere Hinweise, um den Willen Gottes erfüllen zu können. Gleichsam als Antwort auf das eifrige Gebet sah sie bald darauf im Traum eine weiße Kirche, in der eine Frau herrschend auf einem Thron saß. Ohne ihr Gesicht zu sehen, spürte Adrianova in ihrem Inneren, dass dies die Königin des Himmels sei.

Am 2. März 1917 fuhr sie in das Dorf Kolomenskoe. Die Bäuerin erblickte die Himmelfahrtskirche und erkannte sie sofort als die, welche sie im Traum gesehen hatte. Sie ging zum Pfarrer Vater Nikolaj Lichačev und berichtete ihm über ihre Träume und fragte, wie sie handeln solle. Später erzählte Vater Nikolaj, dass er der Frau nicht gleich geglaubt hatte und sie vor Träumen warnen wollte, aber ihre Bescheidenheit und auch der Hinweis, dass sich die Ikone unter alten Gegenständen und Ikonen eben in der Kirche des Dorfes Kolomenskoe befinde, ermunterten ihn, Evdokija Adrianova zu helfen. Sie gingen in die Kirche, wo Vater Nikolaj ihr alle Ikonen zeigte. Aber keine von ihnen ähnelte der, welche die Frau im Traum gesehen hatte. Darauf begann man, dem Rat des Mesners folgend, die Ikone auf dem Glockenturm, in den Abstellräumen und schließlich im Keller der Kirche zu suchen. Eben dort wurde unter alten Brettern und Gerümpel eine große, schmale schwarze Ikone gefunden. Als man sie vom Staub gereinigt hatte, sahen alle, die sich in der Kirche befanden, die Darstellung der Mutter Gottes.

Auf der Ikone sitzt die Königin des Himmels auf einem Königsthron, bekleidet mit rotem Königspurpur. Auf ihrem Haupt trägt sie eine Krone, in den Händen Zepter und Reichsapfel, die Zeichen der Königsmacht. Auf den Knien der himmlischen Königin sitzt das segnende Gotteskind. Der Gesichtsausdruck der Allheiligen Gottesmutter, der sonst gewöhnlich weich und sanft ist, ist auf dieser Ikone hart; der Blick der traurigen Augen, die mit Tränen gefüllt sind, ist streng und herrschend. Die Mutter Gottes sagt mit ihrer Darstellung auf der Ikone gleichsam, dass sie die Herrschaft über das Volk übernimmt, das den Messias-König verworfen hat.

Als Evdokija Adrianova die Ikone sah, erkannte sie sie sofort als die, welche sie im Traum gesehen hatte. Vor dem aufgefundenen Bildnis wurde sogleich ein Bittgottesdienst gefeiert. Die Kunde von der Auffindung einer neuen Ikone am Tag der Abdankung des Zaren verbreitete sich sehr schnell in den umliegenden Kirchen und Fabriken. Kopien der Ikone finden wir in zahlreichen Kirchen Russlands.

Das Fest der Mutter-Gottes-Ikone “Die Herrschende” wird am 15. März (2. März nach altem Kalender) begangen.



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