Gottesmutterikone von Tichwin

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Orthodoxes Glaubensbuch - Gottesmutterikone von Tichwin (Tichvinskaja)

Die Gottesmutterikone von Tichwin (Tichwinskaja)
Die Gottesmutterikone von Tichwin ohne Einfassung
Die Gottesmutterikone von Tichwin - eine Kopie des 19. Jahrhunderts

Gedenktag: 26. Juni

Die Ikone der Mutter Gottes von Tichvin wurde der Überlieferung nach einst – durch fünf Jahrhunderte – in Konstantinopel aufbewahrt. 70 Jahre vor dem Fall Konstantinopels und seiner Einnahme durch die Türken verschwand die Ikone aus der Stadt. In jener Zeit erschien sie auf dem Ladogasee. Fischer, die ihre Netze auswarfen, sahen ein ungewöhnliches Licht und darin eine Ikone, die in der Luft über dem Wasser schwebte. Die heilige Ikone, die von Engeln getragen wurde, erschien noch an einigen Orten, bevor sie auf dem Fluss Tichvinka bei der Stadt Tichvin stehen blieb.

An dem Ort, den die Allheilige Mutter Gottes für den Verbleib ihres wundertätiges Bildes auserwählt hatte, wurde eine Holzkirche zu Ehren Mariä Entschlafung gebaut. Die Kirche wurde dreimal durch Feuer vernichtet, aber die Ikone, die sich in ihr befand, blieb immer unversehrt. Im Jahre 1510 befahl der Großfürst Vasilij Ioannovič, anstelle der Holzkirche eine steinerne Kirche zu bauen, und sein Sohn Ivan der Schreckliche errichtete hier ein Mönchskloster. Die zahlreichen Wunder – Blinde wurden wieder sehend, Kranke und Besessene geheilt – zogen viele Pilger an.

Zu den besonders bemerkenswerten Zeichen, die sich dank der Ikone der Mutter Gottes Tichvinskaja ereigneten, gehört die Befreiung des Klosters von den Schweden. Dies geschah in der Zeit der Wirren, im Jahre 1613, als die Schweden Novgorod beherrschten. Sie eroberten zuerst das Kloster von Tichvin, wurden aber alsbald von dort vertrieben. Der General Delagardi, der wütend war, dass sein gut ausgebildetes Heer eine Niederlage durch die Verteidiger des Klosters erlitten hatte, beschloss es ihnen heimzuzahlen und befahl seinen Regimentern, das Kloster dem Erdboden gleichzumachen. Die Bewohner der Umgebung verschanzten sich zusammen mit Wehrmännern und den Mönchen im Kloster.

Das schwedische Heer stürmte mehrmals gegen die Mauern des Klosters, auf denen alle, die nur konnten, kämpften. Diejenigen, die keine Kraft mehr zum Kämpfen hatten, beteten in der Kirche vor der wundertätigen Ikone. Einer frommen Frau, Maria, die vor zwei Jahren vor der Ikone wieder das Augenlicht gefunden hatte, erschien die Gottesmutter und befahl: “Sag allen, die sich im Kloster befinden, dass sie meine Ikone nehmen und mit ihr über die Mauern gehen sollen, und sie werden das Erbarmen Gottes sehen.” Das Gebot der Gottesmutter wurde erfüllt, und das heilige Bildnis wurde mit Bittgesängen die Klostermauern entlang getragen. Gleichzeitig befiel die Schweden eine furchtbare Angst, und sie flohen in Verwirrung, ohne dass sie jemand verfolgt hätte.

Da aber die Schweden nicht einsichtig werden wollten, stürmten sie zornentbrannt noch mehrere Male gegen das Kloster; die heilige Gottesmutter errettete ihr Kloster aber jedes Mal vor dem sicheren Untergang, das letzte Mal im Jahr 1616. General Delagardi schickte abermals ein großes Heer mit dem Befehl, das Kloster zu zerstören und die wundertätige Ikone in Stücke zu schlagen. Als man im Kloster davon erfuhr, wollte man die Ikone nach Moskau in Sicherheit bringen, das Bildnis konnte aber nicht von der Stelle bewegt werden. Die Allheilige Gottesmutter ließ die Schweden nicht einmal bis zu den Klostermauern vordringen. Die Schweden wurden durch ein neues Wunder besiegt. Sie vermeinten, dass sich ihnen ein großes, gut bewaffnetes Heer nähere und sie einzukreisen suche. Als die Schweden sahen, dass sie gegen diese Übermacht nicht kämpfen konnten, flohen sie. Im Kloster erwartete inzwischen eine Handvoll Verteidiger den Angriff. Als die Bewohner der Gegend die Nachricht von der Flucht des Feindes brachten, konnte es niemand glauben, bis man sich mit eigenen Augen überzeugt hatte, dass das ganze Land mit liegengelassenen Waffen übersät, der Jungwald zerstört und das Gesträuch zertreten war. Dies war der letzte Versuch der Schweden, gegen die machtvolle Gebieterin der Welt zu kämpfen.

Ein Jahr darauf (1617) wurde Frieden zwischen Schweden und Russland geschlossen.

Die Ikone der Gottesmutter “Tichvinskaja” wird in ganz Russland verehrt. Man betet vor ihr besonders um die Gesundheit der Kinder und die Heilung ihrer Krankheiten.

Das Fest der Ikone der Gottesmutter “Tichvinskaja” ist am 9. Juli (26. Juni).

Siehe auch: Gottesmutterikone "Die Bekehrung"


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