Mavra vom Berg Ceahlău (Rumänien)

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Skite von Ceahlău

Gedächtnis: 4. Mai

Die Schemanonne Mavra vom Berg Ceahlău lebte gegen Ende des 17. Jahrhunderts und stammte aus einem Dorf im Tal der Bistrița, nicht weit vom Ceahlău entfernt.

Geboren und aufgewachsen in einer frommen Familie, lernte Maria – so hieß sie bei der Taufe – schon in früher Kindheit die Schönheit der heiligen Orthodoxie kennen. Ihre Eltern, Menschen edler Herkunft und gläubigen Herzens, eifrig in den heiligen Dingen, erzogen sie im Glauben und in der Liebe zu Gott und ermahnten sie zu Gebet, Fasten und guten Werken.

Die Liebe zum Evangelium Christi lernte sie im Elternhaus kennen, doch vertiefte sie diese in der Dorfkirche sowie in den Klöstern und Skiten der Umgebung, die sie oft mit ihren Eltern besuchte.

Sie hatte eine große Verehrung für die Gottesgebärerin, deren Namen sie trug und deren Leben sie nachahmen wollte. Deshalb gelobte sie in ihrer Jugend der Allheiligen Jungfrau, ihr ganzes Leben hindurch die Reinheit des Leibes und des Geistes zu bewahren, um die Krone der Jungfräulichkeit zu erlangen.

Ergriffen vom Ruf Christi, der spricht: „Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!“ (Markus 8,34), fühlte sie ihr Herz vom Feuer der Sehnsucht nach dem Himmel entzündet. Daher nahm sie mit zwanzig Jahren den Segen ihrer Eltern und begab sich in das strenge monastische Leben.

Die junge Maria begegnete einer ehrwürdigen Nonne, die sich in der Tiefe des Waldes asketisch übte, und bat sie um Rat für den Beginn ihres Einsiedlerlebens. Die asketische Mutter sah den Eifer der jungen Frau, wusste jedoch um die vielen Versuchungen, die ohne die nötige geistliche Erfahrung in der Wüste über sie hereinbrechen würden. Deshalb riet sie ihr, zunächst in einer klösterlichen Gemeinschaft zu leben, um so die monastische Ordnung, den Gehorsam und die Demut zu erlernen. „Gehe zum Skit des Silvestru, dort wirst du Ruhe für deine Seele finden“, sprach die alte Nonne zu ihr.

Da sie diese Ermahnung als von der Gottesmutter selbst kommend annahm, begab sie sich zum Skit Silvestru, der von ehrwürdigen und betenden Nonnen bewohnt war, die sie in ihre Gemeinschaft aufnahmen. Dort lernte sie die Ordnung des „engelgleichen Standes“ kennen, wurde ganz demütig und gehorsam und erfüllte freudig die ihr von der Äbtissin übertragenen Dienste.

Bei der Tonsur erhielt sie den Namen der heiligen Märtyrerin Mavra (Gedächtnis am 3. Mai) und fasste von da an den Entschluss, ihre Demut, ihre Gebete und ihre Tränen zu vermehren.

Nach mehreren Jahren des Gehorsams in der Gemeinschaft bat die Nonne Mavra ihre Äbtissin und ihren geistlichen Vater um den Segen, sich an einen abgelegeneren Ort des Berges Ceahlău zurückzuziehen, um ihre Askese zu vertiefen. Nachdem sie das Große Schema empfangen hatte und in die Wüste gegangen war, errichtete die Ehrwürdige zunächst eine Hütte aus Erde und Holz. Diese wurde für sie zu einem Paradies der Begegnung mit Gott, der Stille und des unablässigen Gebets.

Dort mühte sie sich sehr ab: Sie verrichtete täglich Hunderte von Metanien, aß nur einmal am Tag, am Abend, und begnügte sich mit einigen in Wasser eingeweichten Zwiebackstücken sowie mit wenigen von ihr selbst gesammelten und getrockneten Früchten. Sie schlief nur wenige Stunden, auf einem Stuhl sitzend. Durch das tägliche Rezitieren der Psalmen lernte sie den gesamten Psalter auswendig. Dazu fügte sie die tägliche Betrachtung der Heiligen Schrift und das Herzensgebet hinzu.

Durch ihre Demut und Mühsal überwand die ehrwürdige Mavra die Versuchungen, die vom Leib, von der Welt und vom Teufel kamen. Sie erwarb leuchtende Tugenden und wurde zu einem reinen Gefäß der göttlichen Gnade. Deshalb gehorchten ihr sogar die Tiere des Waldes; und wenn sie auf den Pfaden des Ceahlău gesehen wurde, war sie stets von einem Reh begleitet.

Wenn sie an Sonntagen und hohen Festen zum Skit hinabstieg, um an der Göttlichen Liturgie teilzunehmen und die Heiligen Mysterien zu empfangen, baten die Nonnen und Pilger sie um Rat. Ihr demütiges Wort offenbarte die großen Gnadengaben, die sie von Gott empfangen hatte: die Gabe der Voraussicht und der Seelenführung.

Als die Ehrwürdige von Gott die Nachricht erhielt, dass sich das Ende dieses vergänglichen Lebens näherte, bat sie die Nonnen, den Priester und geistlichen Vater zu rufen, um sie auf die große Reise vorzubereiten, die vor ihr stand. Nachdem der Beichtvater sie gebeichtet und ihr die Heilige Kommunion gereicht hatte, wurde das Antlitz der alten Einsiedlerin von einem überirdischen Licht und tieferem Frieden erfüllt – ein Zeichen der lang ersehnten Reise der Seele, die in die Hände ihres Schöpfers zurückkehren sollte.

Am nächsten Tag, als die Nonnen ihre Zelle betraten, fanden sie sie auf ihrem schlichten Lager ausgestreckt, mit dem Gesicht nach Osten gewandt, die Hände auf der Brust gekreuzt, nach monastischer Ordnung gekleidet. Da sie erkannten, dass ihre gute geistliche Führerin ihre Reise in die Ewigkeit begonnen hatte, vollzogen sie alles Notwendige für die Bestattung des Leibes der ehrwürdigen Mavra bei jener Kirche, in der sie jahrelang gebetet und unablässig Tränen vergossen hatte.

Ihre wunderbaren Taten und ihre Standhaftigkeit in den monastischen Mühen blieben im Gedächtnis der Mönche, Nonnen und Gläubigen des Landes Moldau als ein deutliches Zeichen dafür, dass „Gott wunderbar ist in seinen Heiligen“.

Gebete

Troparion (5. Ton)

In der Einöde des Ceahlău dich asketisch mühend und vom göttlichen Geist der Gnade erleuchtet, bist du wie ein Licht auf dem Leuchter erschienen, heilige Mavra, strahlend durch die Fülle der Tugenden und durch die Gabe der geistlichen Führung; darum tritt bei Christus allezeit ein für unser Heil.

Kondakion (8. Ton)

Als Wohnstatt der Dreieinigkeit hast du dich erwiesen, heilige Mavra; alle ungezähmten Tiere unterwarfen sich dir, und die Wildheit des Widersachers hast du gebunden; und durch das Wirken zahlloser Wunder verströmst du den Wohlgeruch der Gnade des Heiligen Geistes wie eine auserlesene Lilie aus der Einöde des Ceahlău.

aus dem Rumänischen übersetzt