Evangelium nach Johannes

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Orthodoxes Glaubensbuch - Das Evangelium nach Johannes

Die heilige Kirche nennt Johannes, den Verfasser des vierten Evangeliums, den Theologen. Er ist der jüngere Bruder des Apostels Jakobus, des Sohnes des Fischers Zebedäus und der Salome. Seine Mutter begleitete den Erlöser und diente Ihm zusammen mit anderen Frauen. Wegen ihres stürmischen Charakters wurden die Brüder Jakobus und Johannes “Boanerges”, d. h. “Donnersöhne”, genannt. In der Jugend war Johannes ein Jünger Johannes des Täufers. Als der Erlöser zu Johannes dem Täufer kam, zeigte dieser auf den Herrn und sagte zu Andreas und Johannes, dass Er das Lamm Gottes sei, d. h. er nannte Ihn in Übereinstimmung mit den Prophezeiungen Messias und Erlöser. Darauf folgten beide Apostel Christus nach. Johannes war zusammen mit Petrus und Jakobus auf dem Berg bei der Verklärung des Herrn zugegen. Er war auch Zeuge des Gebetes Jesu im Garten Getsemani. Während des Abendmahls lag er als Lieblingsjünger an der Brust des Herrn. Als Christus am Kreuz starb, gebot Er ihm, für Seine Allreine Mutter zu sorgen. Johannes hörte als einer der Ersten von der Auferstehung Christi, und nach Seiner Himmelfahrt predigte er in Judäa und Samarien. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er der Überlieferung nach in Ephesus und starb dort nach dem Jahr 100 n. Chr.

Das Evangelium nach Johannes ist das vierte nicht nur der Reihenfolge im Neuen Testament nach. Nach den Worten des heiligen Klemens von Alexandrien schrieb es der Apostel Johannes nach dem Wunsch seiner Jünger als letztes.

Sie baten ihn, ein “geistliches” Evangelium zu schreiben, da sie fanden, dass die ersten drei Evangelien mehr Aufmerksamkeit der menschlichen Seite der Person Christi gewidmet hatten.

Aus dem Text des Evangeliums wird ersichtlich, dass sein Verfasser ein Bewohner Palästinas ist, er kennt die Städte und Dörfer, die Bräuche und Feiertage sehr gut und erwähnt historische Details. Es zeigt sich auch, dass der Autor die jüdische Literatur der damaligen Zeit kennt. Und obwohl im Evangelium sein Verfasser nicht genannt wird, legt es der Text nahe, dass es der Apostel Johannes selbst geschrieben hat. Das älteste uns erhaltene handschriftliche Fragment des vierten Evangeliums stammt aus dem Jahr 120 n. Chr. Das Evangelium selbst ist am ehesten in den 90er Jahren geschrieben worden.

Dieses Evangelium unterscheidet sich von den anderen in Inhalt und Form der Darstellung. Seine theologische Zielsetzung ist deutlicher als in den anderen Evangelien. Johannes gibt die Reden Jesu Christi genau wieder, in denen Er von Seinem himmlischen Vater spricht, dass Er von Ihm in die Welt gesandt worden und dass Er der Sohn Gottes ist. Der Evangelist Johannes eröffnet uns viele große Geheimnisse der Gottheit Christi und verschweigt aber auch Seine menschlichen Äußerungen nicht, indem er mit beobachtendem Auge die Müdigkeit, Trauer und Tränen des Herrn bemerkt. Die Wunder (Zeichen) Christi, die im Evangelium beschrieben werden, bezeugen, dass der Herr der wahre Erlöser ist, auf den die Menschheit gewartet hat.

Der Evangelist Johannes beschreibt die Geschichte des Wirkens Christi genau und sorgfältig. Dem Leser wird klar, dass Seine Predigt nicht ein Jahr gedauert hat, wie man annehmen könnte, wenn man die anderen Evangelien liest, sondern drei Jahre. In dieser Zeit besuchte der Herr Jerusalem einige Male.

Der Aufbau des Evangeliums nach Johannes

1) Prolog

2) Die Zeichen des Reiches Gottes (Kap. 1–12)

3) Die Erhöhung in die Herrlichkeit des Vaters (Kap. 13–20)

4) Epilog (Kap. 21)


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