Vasilius I. von Tarnowo

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Vasilius I. von Tarnowo, auch Wasiliji I. von Tarnowo oder Basilios I. von Tarnowo, war der erste Erzbischof und Metropolit des Zweiten Bulgarischen Reiches von dessen Gründung 1186 bis 1232.

Gründung des Zweiten Bulgarischen Reiches und neues Erzbistum 1186

Durch die Brüder Peter IV. und Iwan Assen I. wurde während eines 1185 begonnenen Aufstandes 1186 das Zweite Bulgarische Reich errichtet, zunächst „Reich der Assenen“ oder „Assenidenreich“ genannt. Das Zentrum des Aufstandes war die Stadt Weliko Tarnowo, die daher die vierte Hauptstadt Bulgariens wurde. Neben der politischen Unabhängigkeit kämpften die Bulgaren auch um eine religiöse Unabhängigkeit vom byzantinischen Reich und schufen ebenfalls gleich 1186 eine eigene Metropolie Weliko Tarnowo, setzten den Mönch Vasilius I. als Erzbischof ein und erklärten das Altbulgarische (Altkirchenslawische) anstelle des Griechischen zur Liturgiesprache. Vasilius I. krönte 1186 Peter IV., der zuvor Theodor hieß, zum ersten bulgarischen Zaren nach einer Vakanz von 112 Jahren seit Peter III. Dieses Erzbistum fand durch die Patriarchen von Konstantinopel nicht nur keine Anerkennung, sondern wurde von diesen sogar strikt bekämpft. Die bulgarischen Gebiete unterstanden bis dahin dem byzantinischen Erzbistum Ohrid.

Anerkennung durch die lateinische Kirche 1204

Eine erste Anerkennung als Erzbischof kam hingegen infolge der Dynamik des Vierten Kreuzzuges durch den römischen Papst Innozenz III. im Jahre 1204 zustande..

Translation der Reliquien der heiligen Philothea von Curtea de Argeş 1218

Am 7. Dezember 1218 wurde der Erzbischof zu den Reliquien der heiligen Philothea von Curtea de Argeş gerufen, die sich nicht mehr bewegen ließen. Er kam daraufhin mit einer Prozession von Klerikern, welche Fahnen und Kerzen mit sich führten, zum Ort des Martyriums, aber auch ihm gelang es nicht, den Leib der Heiligen zu bewegen. Daraufhin ließ er in der Hoffnung auf ein Zeichen die Namen von bedeutenden Heiligtümern Bulgariens verlesen, aber auch das half nichts. Erst als er dazu überging, auch die Kirchen der Walachei, der Heimat der frommen Ioana, zu verlesen, hatte er Erfolg. Beim Klang des Namens der Klosterkirche von Curtea de Argeş ließ sich der kleine Körper plötzlich wieder bewegen.

Nun ließ der Erzbischof beim walachischen Fürsten Radu Negru anfragen, ob er die Beisetzung der heiligen Reliquien in der Kirche von Curtea de Argeş gestattete. Als dessen Antwort positiv ausfiel, begab sich eine große Prozession von Klerikern unter der Leitung von Vasilius I. über die Donau nach Multenia, der Großen Walachei. An der Donau wurden sie von einem Zug rumänischer Kleriker empfangen, an welchem der Fürst Radu Negru persönlich teilnahm. Gemeinsam ging die Prozession dann in die Klosterkirche von Curtea de Argeş.

Tod 1232 und Nachfolge

Vasilius I. starb 1232 nach 46 Jahren im Amt, ohne die Anerkennung durch durch den ökumenischen Patriarchen erreicht zu haben, die seit dem Sieg des bulgarischen Zaren Iwan Assen II. in der Schlacht von Klokotniza am 9. März 1230 in greifbare Nähe gerückt war. Es sollte noch bis 1235 dauern, bis das Ökumenische Patriarchat die geänderten militärischen wie politischen Verhältnisse und ein bulgarisches Patriarchat anerkannte. Erster bulgarischer Patriarch wurde dann der Nachfolger des Vasilius I., Joachim I. (gest. 1246).