Thyrsos, Leukios und Kallinikos, Märtyrer in Cäsarea in Bithynien

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aus dem Menologion Basileios’ II.

Gedächtnis: 17. August, 14. Dezember

Die heiligen Märtyrer Thyrsos, Leukios und Kallinikos litten für Christus während der Christenverfolgungen unter Kaiser Decius in der Mitte des 3. Jahrhunderts. Ihr Martyrium ereignete sich in der Stadt Cäsarea in Bithynien, zur Zeit des Statthalters Cumbricius. Als treue Nachfolger Christi bekannten sie mutig ihren Glauben und scheuten weder Folter noch Tod.

Leukios war der erste, der sich offen zum Christentum bekannte. Als er sah, wie grausam die Gläubigen gefoltert wurden, stellte er sich ohne Furcht dem Statthalter entgegen, rügte die Abgötterei und bekannte freimütig Christus als wahren Gott. Um sein standhaftes Zeugnis zu brechen, ließ Cumbricius ihn geißeln, mit Eisenhaken zerreißen und seine Rippen aus dem Leib reißen. Doch Leukios hielt an seinem Bekenntnis fest, bis er schließlich durch das Schwert getötet wurde. Die Christen bargen heimlich seinen Leib und begruben ihn ehrenvoll.

Bald darauf wurde auch Thyrsos verhaftet. Er war ein junger Christ aus gutem Haus, der in seinem Herzen unerschütterlich an Christus hing. Weil er den Götzenopfern nicht zustimmen wollte, unterwarf man ihn einer Reihe grausamer Foltern: Er wurde geschlagen, mit Nägeln durchbohrt, auf der Folterbank gestreckt und mit siedendem Pech übergossen. Doch auf wunderbare Weise blieb sein Leib unversehrt, und seine Kraft ließ nicht nach. Selbst als man ihn in einen mit Nägeln gespickten Sarg legte, überstand er dies unbeschadet. Schließlich befahl der Statthalter seine Enthauptung. Doch noch bevor das Schwert ihn traf, entschlief Thyrsos in Frieden, als hätte der Herr selbst seine Seele aus dem Leib genommen, um sie dem Tod zu entreißen. Die Henker waren bestürzt, dass der Leib ohne jede äußere Verletzung leblos war.

Der dritte Märtyrer, Kallinikos, war ursprünglich Heide und Philosoph. Als er die Standhaftigkeit und Wunder sah, die sich durch Thyrsos ereigneten, wurde sein Herz bewegt. Er erkannte die Wahrheit des Evangeliums, bekannte öffentlich Christus und wurde sofort festgenommen. Auch ihn erwarteten Schläge und Folter, doch nichts konnte ihn von seinem neuen Glauben abbringen. Schließlich wurde auch er enthauptet und empfing so die Krone des Martyriums.

Die Reliquien der heiligen Märtyrer wurden an verschiedenen Orten verehrt, und viele Kirchen wurden zu ihrer Ehre errichtet. Besonders der heilige Thyrsos wurde in späterer Zeit vielerorts als Wundertäter angerufen.

Ihr unbeugsames Zeugnis bleibt für die Gläubigen aller Zeiten ein leuchtendes Beispiel für die Kraft des Glaubens an Christus.