Spyridon von Trimythunt

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Ikone des Heiligen in der Skite des hl. Spyridon in Geilnau an der Lahn.
Kirche des hl. Spyridon in Korfu.


Gedächtnis: 12. Dezember und 11. August (Gedächtnis des Wunders im Jahre 1716)

Der Heilige Spyridon der Wundertäter, andere Schreibweise Spiridon (griech. Σπυρίδων Τριμυθούντος, * 270 in Askia, Zypern; † 12. Dezember 348 in Trimythunt, Zypern) war Bischof auf Zypern und ist der Schutzpatron Korfus.

Leben

Spyridon war Schafhirte auf Zypern, verheiratet und hatte eine Tochter, Irene. Er war bekannt für seine Nächstenliebe, Sanftmut, Großzügigkeit und Geatfreundschaft. So legte er sein Geld in ein Kästchen, das er allen verfügbar stets geöffnet ließ; er gab jedem , egal ob dieser bedurfte oder nicht. Als seine Frau starb, versuchte er mehr und mehr ein gottgefälliges Leben zu führen. So wurde er auf der Insel immer bekannter und schließlich von den Gläubigen zum Bischof von Trimythunt gewählt. Trotz seiner Bischofswürde trug Spyridon weiterhin seinen Hirtenrock und hütete neben der geistigen Herde auch weiterhin seine Schafsherde. "Eines Nachts drangen Diebe in seinen Schafstall, um einige Schafe zu stehlen, doch als sie sich mit ihrer Beute davonmachen wollten, hielt sie eine unsichtbare Kraft wir festgenagelt an dem Ort zurück. Als Spridon sie am frühen Morgen entdeckte, gestanden sie beschämt ihre Missetat. Von Mitleid ergriffen, befreite sie der Heilige von ihren unsichtbaren Fesseln und ermahnt sie, fortan auf ehrliche Weise ihr Brot zu verdienen. Dann schenkte er ihnen zwei Schafe, als Entschädigung, wie er lächelnd sagte, für die Plage der durchwachten Nacht."[1] Durch Gottes Kraft bewirkte er viele Wunder auf Kreta, so "ließ er in einer Dürrezeit Regen fallen, hielt den Wasserstrom eines Flusses zurück, ließ mehrere Tote ins Leben zurückkehren, heilte Kaiser Konstantius von schwerer Krankheit, sah und hörte Engel Gottes, sah zukünftige Ereignisse voraus, enthüllte die Geheimnisse der Herzen der Menschen, bekehre viele zum wahren Glauben und vieles mehr."[2] Er nahm 325 am 1. Konzil von Nicäa teil und gehörte dort zu den Bekämpfern des Arianismus. Er brachte durch seine einfachen und klaren Darlegungen des Glaubens viele Häretiker zurück in die Kirche. Durch ein göttliches Wunder ließ er aus einem Ziegelstein Feuer, Wasser und Erde hervorkommen und machte so die Einheit in der Dreiheit und die Dreiheit in der Einheit anschaulich.[3]

Freskenikone in der russisch-orthodoxen Kirchengemeinde zur hl. Großmärtyrerin Barbara in Krefeld.

Sein wohl größter Einsatz für die Kirche war während des Ersten Ökumenischen Konzils, das zusammengerufen wurden, um über den Arianismus zu beraten. Arius war ein Bischof, der behauptete, dass Gott nicht die Heilige Dreiheit sei, sondern, dass es nur eine Hypostase gibt – Gott Vater, und dass Jesus von Gott geschaffen wurde. Viele Bischöfe sind damals dieser Häresie verfallen und sogar der Imperator war den Arianern zugeneigt. Während des Konzils wurden lange Debatten geführt, doch einen Wendepunkt stellte das Wunder des Heiligen Spyridon dar, welches vor allem auf die Herzen die Väter wirkte.

Er ergriff das Wort und stellte sich in die Mitte des Saals. Dort nahm er einen Ziegelstein, hob ihn in seiner Hand und sprach: „Im Namen des Vaters!“ daraufhin brach aus dem Stein eine Feuerflamme in die Luft. Dann sagte er: „Und des Sohnes!“ und aus dem Ziegel floss Wasser auf den Boden. „Und des Heiligen Geistes!“ fuhr er fort und öffnete seine Hand. In dieser befand sich der Lehm, aus dem der Ziegel gemacht war. Auf diese einfache Art und Weise offenbarte sich durch den Heiligen Spyridon die Heilige Dreiheit. Den Vätern des Konzils wurde durch dieses Wunder klar – so, wie in dem Ziegelstein untrennbar Lehm, Wasser und Feuer vereint waren, ist sind in dem einen Gott, der Heiligen Dreiheit, Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiligen Geist eins. Der heilige Bischof erklärte: „Das sind drei Elemente, doch der Ziegelstein ist einer. So auch in der Heiligen Dreiheit – Drei Hypostasen, aber die Gottheit ist eins.“

Nach der Rückkehr vom Konzil in die Heimat blieb der Heilige Spyridon wegen seiner großen Demut weiterhin ein Schafshirte, obwohl er das Bischofsamt bekleidete. Deshalb ist er der einzige Heilige, der in einer griechischen Hirtenmütze abgebildet wird. Aber auch für die Menschen erwies er sich als guter Hirte, Lehrer und war schon zu Lebzeiten ein Wundertäter. Einmal hatte der Heilige einem Händler Schafte aus seiner Herde verkauft. Der Handel ging um 100 Schafe, doch der Käufer litt an der Leidenschaft der Habsucht und gab Spyridon nur das Geld für 99 Tiere. Der Heilige zählte nicht nach, legte das Geld beiseite und ging mit dem Käufer aufs Feld. Dort sagte er – nehme so viele Schafe mit, wie du bezahlt hast. Der Mann trieb von der Herde 100 Tiere zur Seite. Alle kamen mit, doch ein Schaf lief zurück. Er versuchte es nochmal, doch ohne Erfolg. Dann nahm er das Schaf auf die Hände, aber es fing an, um sich zu schlagen, riss sich los und rannte abermals zurück. Daraufhin sprach der Heilige Spyridon den Geizhals an, doch sehr sanftmütig, um ihn nicht vor den anderen bloßzustellen: „Freund, vielleicht hast du dich bei der Bezahlung verzählt und nicht das Geld für alle Schafe dagelassen. Geh lieber nochmal ins Haus und zähle nach.“ Der Mann verstand die Lektion, entschuldigte sich unter Tränen und bezahlte den Rest. Sodann ging das hundertste Schaf von selbst von der Herde zu den Verkauften Schafen über.

Ein anderes Mal kam der Heilige in eine Kirche seines Bistums zum Gottesdienst. Aus der Liebe und Nachsicht zu den Gläubigen sagte er dem Klerus, sie sollten den Gottesdienst nicht zu lang strecken und rasch zelebrieren. Doch ein Diakon missachtete die Anweisung. Er trug die Ektenien langsam vor, um den Betenden seine schöne und kräftige Stimme zu präsentieren. Sein Laster war die Eitelkeit, der Wunsch, von den Menschen Lob und Anerkennung zu bekommen. Als Spyridon das bemerkte, schrie er den Diakon an: «Schweig, Ungehorsamer!» Daraufhin verstummte der Diakon und konnte nur noch unklare Laute von sich geben. Im Anschluss des Gottesdienstes kamen die Verwandten des Diakons zum Heiligen und baten ihn um Nachsicht, und auch der Verstummte selbst warf sich vor die Füße des Bischofs nieder und flehte um Verzeihung. Als Spyridon die Reue des Mannes sah, betete er und der Herr gab ihm die Stimme zurück. Jedoch war diese nicht mehr so melodisch und kraftvoll, wie vorher – um ihn vor der Leidenschaft der Eitelkeit zu bewahren.

Er hat auch viele Wunder getan – mit seiner verstorbenen Tochter Irina hat er im Grab gesprochen, um zu erfahren, wo diese einen ihr vor ihrem Tod anvertrauten Wertgegenstand versteckt hat. Die Tochter wachte von den Toten auf und antwortete ihm. Daraufhin verabschiedete sich Spyridon von ihr bis zum Widersehen im Himmlischen Königtum.

Ein anderes Mal hat er sogar ein verstorbenes Kind von den Toten auferweckt. Als die Mutter das sah, war sie so schockiert, dass sie selbst einen Herzstillstand erlitt und umfiel. Spyridon betete nochmal, und auch die Frau wurde vom Herrn wieder lebendig gemacht.

Nach dem Ableben des Heiligen Bischofs hörten die Wunder nicht auf. Die Bewohner der Insel Korfu, auf die die Gebeine des Heiligen gebracht wurden, berichten von vielen seiner Wundertaten. So wurden die Korfioten mehrfach wundersam aus Dürreperioden gerettet und von der Pest bewahrt. Während des zweiten Weltkriegs hatte die Insel keine Luftabwehr, sodass die italienischen Bomber tief fliegen konnten. Doch die Bewohner berichten, dass viele Bomben auf unerklärliche Weise abgelenkt wurden und ins Meer fielen.

Auch heute gibt es mannigfaltige Zeugen, die über die Wunder des Heiligen Spyridon berichten – Kranke werden geheilt, Stumme werden sprechend, unfruchtbare Paare bekommen Kinder, Menschen in Notlagen erhalten beistand. „Wunderbar ist Gott in seinen Heiligen, der Gott Israels“, heißt es im Psalter. Diese Aussage trifft auf den Heiligen Spyridon voll zu – durch sein Leben, seine Werke und seine Wunder zeigen sich die Größe und die Macht des Allerhöchstens.

Tod und Reliquien

Der hl. Spyridon übergab seine Seele in Frieden in Gottes Hand. Im 7. Jhdt. wurden seine Reliquien nach Konstantinopel verbracht und 1456 nach Korfu. Dort wirkten die, bis heute unversehrten, Reliquien viele Wunder. Der hl. Spyridon wird daher auf Korfu auch als Schutzpatron verehrt. Er liegt in der Kirche Ag. Spyridonas in der Altstadt der Inselhauptstadt in einem kleinen Raum, südlich der Ikonostase. Der Sarg wird zeitweise geöffnet und ermöglicht dann die Verehrung der Füße des Heiligen, sowie, durch ein Sichtfenster, den Blick auf dessen Kopf. Viermal im Jahr wird der Schrein Spyridons in einer großen Prozession durch die Straßen Korfus getragen:[4]

  • an Palmsonntag, um daran zu erinnern, dass der Heilige die Korfioten vor der Pest im Jahr 1630 bewahrte;
  • seit 1550 am Karsamstag, als der Heilige die Korfioten vor einer Hungersnot bewahrte;
  • am 11. August, um daran zu erinnern, dass der Heilige die monatelange Belagerung der Türken im Jahr 1716 abwendete;
  • am 1. Sonntag im November, um daran zu erinnern, dass der Heilige die Korfioten auch vor der Pest im Jahr 1673 bewahrte.

Die Reliquien des Heiligen werden in einem verschlossenen Schrein aufbewahrt, der zur Verehrung von den hiesigen Priestern mit zwei Schlüsseln geöffnet wird. Man muss beide Schlüssel gleichzeitig drehen, damit der Schrein aufgeht. Doch manchmal funktioniert das nicht, die Schlüssel lassen sich nicht umdrehen. In dieser Zeit soll der Heilige Spyridon durch die Insel gehen, beten und Menschen helfen. Das wird auch von einer interessanten Tatsache belegt: Jedes halbe Jahr ziehen die Kirchendiener die Kleidung auf den Reliquien des Heiligen um, weil diese, genauso, wie seine Schuhe, abnutzt und schmutzig wird! Die alte Kleidung des Bischofs wird in kleine Teile zerschnitten und an die Gläubigen verteilt.

Das Leben des Heiligen Spyridon zeigt uns, dass die Kraft Gottes auch in einfachen Menschen offenbart wird. Seine Weisheit bleibt oft den Gebildeten vorenthalten und entfaltet sich nicht in Koloration zum akademischen Grad des Menschen, sondern zu seiner Festigkeit im Glauben, zu seiner Demut und zu seinem Vertrauen auf den Herrn.

Gebete

Troparion (1. Ton)

Als Streiter des ersten Konzils und als Wundertäter hast du dich, gotttragender Vater Spyridon, erwiesen; deshalb hast du mit einer Toten im Grabe gesprochen und eine Schlange in Gold verwandelt. Und als du deine heiligen Gebete sangest, hattest du Engel, die zusammen mit dir dienten, Hochgeweihter. Ehre dem, der dir Kraft gab; Ehre dem, der dich krönte; Ehre dem, der durch dich allen Heilungen wirkt.

Kondakion (2. Ton)

Von der Sehnsucht nach Christus verwundet, Hochgeweihter, und in der Geisteskraft beflügelt durch den Glanz des Geistes, hast du in deiner tätigen Schau die Tat gefunden, gottbegeisterter Spyridon, und bist ein göttlicher Opferaltar geworden, erflehend allen die göttliche Erleuchtung.

Hochpreisung

Wir hochpreisen, wir hochpreisen dich, heiliger Vater Spyridon, und wir ehren dein heiliges Gedächtnis, denn du betest für uns zu Christus unserem Gott.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. Das Synaxarion - die Leben der Heiligen der Orthodoxen Kirche. In 2 Bänden. Gestützt auf die 6-bändige Ausgabe des Hl. Klosters Simonos Petra. Erster Band. September bis Februar, Kloster des Hl. Johannes des Vorläufers, Chania (Kreta) 2006, ISBN 960-88698-0-3, S. 443ff.
  2. Nikolaj Velimirović: Der Prolog von Ochrid, Verlag Johannes A. Wolf, Apelern 2009, ISBN 978-3-937912-04-2, S. 811.
  3. Vgl. dazu: Das Synaxarion - die Leben der Heiligen der Orthodoxen Kirche. In 2 Bänden. Gestützt auf die 6-bändige Ausgabe des Hl. Klosters Simonos Petra. Erster Band. September bis Februar, Kloster des Hl. Johannes des Vorläufers, Chania (Kreta) 2006, ISBN 960-88698-0-3, S. 444f.
  4. Vgl. auch zum Folgenden Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Spyridon_%28Heiliger%29#Verehrung_auf_Korfu Spyridon, Heiliger]