Gedenkgaben

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Orthodoxes Glaubensbuch - Die Gedenkgaben

“Gedenkgaben” (pominki) im weitesten Sinne des Wortes bedeuten alles, was uns anregt, an den Verstorbenen zu denken und um die Ruhe seiner Seele zu beten. Es sind dies Spenden an verschiedene Menschen mit der Bitte um das Gebet für den Verstorbenen. Man kann Kleidung, Schuhe, Bücher, Lebensmittel oder Geld spenden.

Besondere Spenden werden Kirchen und Klöstern gegeben. In früheren Jahrhunderten wurden für die Verstorbenen Häuser, Dörfer oder Grundbesitz gespendet, daraus entstand der Kirchenbesitz. In unserer Zeit werden Häuser, Wohnungen, Autos und Geld gespendet. Durch eine Spende an eine Kirche oder ein Kloster wird dort für immer bei allen Gottesdiensten des Verstorbenen gedacht. Solche Gedenkgaben kann man auch “für die Gesundheit” einer bestimmten Person spenden, aber nur zu ihren Lebzeiten (nach dem Tod wird das Gedenken “für die Gesundheit” zu einem Totengedächtnis umgewandelt). Man kann einer Kirche Mehl für das Backen von Prosphoren, Wein für die Liturgie, Öl für die Lampen, Kerzen oder Wachs, Stoff für liturgische Gewänder oder Handtücher spenden.

Gedenkgaben (pominki) im engeren Sinn des Wortes sind die Gedächtnismähler nach dem Begräbnis, am 9. und 40. Tag nach dem Tod und am Jahrestag des Todes. Das Totengedächtnismahl zu Hause ist die Fortsetzung des Gebetes in der Kirche. Bevor man sich zu Tisch setzt, wird zum Gedenken an den Toten eine Panichida gefeiert. Während des Essens werden gewöhnlich “Trinksprüche für den Toten” gesprochen, in denen an alles Gute im Leben des Verstorbenen erinnert wird. Ein solcher “Trinkspruch” wird mit der Gebetsbitte beendet, dass der barmherzige Gott “dem Verstorbenen ewiges Gedenken schenken möge”. Auf diesen Aufruf antworten alle mit den Worten “Ewiges Gedenken” oder “Das Himmelreich werde ihm (ihr) zuteil”.

Der Alkoholgenuss bei Totenmählern ist ein alter Brauch, der sich von heidnischen Totenfeiern erhalten hat. Die Kirche hat zu allen Zeiten dagegen gekämpft, dass die Totenmähler in Trinkgelage ausarten, deshalb verbot sie, der Toten mit Wein und Wodka zu gedenken. Dennoch ist dieser unfromme Brauch bis heute allerorts verbreitet. Nach dem Totenmahl ist es üblich, alles, was nicht aufgegessen wurde, einzupacken und mitzugeben, und zwar mit dem Ziel, die Teilnehmer an diesem Mahl nochmals zu erinnern, des Verstorbenen zu gedenken.


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