Filioque

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Filioque ist ein lateinischer Zusatz im Glaubensbekenntnisses von Nizäa-Konstantinopel im Artikel über den Heiligen Geist, der in der westlichen Kirche seit dem fünften Jahrhundert verwendet wird und in der Römisch-katholischen Kirche als Dogma gilt.

OrthodoxWiki: Filioque

Filioque ist ein lateinischer Ausdruck, der „und dem Sohn“ bedeutet und im 11. Jahrhundert von der römischen Kirche in das Nicäno-Konstantinopolitanum eingefügt wurde. Danach geht der Heilige Geist „aus dem Vater und dem Sohn hervor“. Dieser Vorgang war einer der wesentlichen Gründe für das Große Schisma zwischen Ost und West. Die Ergänzung des Glaubensbekenntnisses verstößt nämlich gegen die Kanones des Dritten Ökumenischen Konzils (431), die derartige Schritte untersagen und mit dem Anathema belegen. Der Terminus selbst wurde sowohl aus orthodoxer als auch aus heterodoxer Perspektive interpretiert. Zum einen kann er aussagen, dass der Hl. Geist aus dem Vater durch (dia) den Sohn hervorgeht, wie es der Hl. Maximus Confessor auffasste. Nach dieser Lesart ist der Sohn kein ewiger Ursprung (aition) des Geistes. Die heterodoxe Position sieht den Sohn dagegen gemeinsam mit dem Vater als ewigen Ursprung des Geistes. Die orthodoxe Kirche betrachtet diese (spätere) Auffassung mehrheitlich als Häresie. Dieses Urteil wurde besonders eindeutig vom Hl. Photios dem Großen, Kirchenvater und Patriarch von Konstantinopel, in seiner „Abhandlung über die Mystagogie des Heiligen Geistes“ vertreten. Er beschreibt das Filioque als Häresie der Triadologie, die auf den Kern dessen abzielt, was die Kirche über das Wesen Gottes glaubt.

Geschichte

Frühe Verwendung des Filioque

Eine der ersten Versionen des Filioque wurde von einem persischen Regionalkonzil 410 in das Credo eingefügt. Da es der Theologie des frühen ostsyrischen Christentums entspringt, handelt es sich in diesem Zusammenhang um eine authentische östliche Aussage. Das Filioque kann daher nicht als ausschließlich westliche Neuerung oder Erfindung des Papstes abgetan werden. Im Westen lehrte Augustinus von Hippo, dass der Hl. Geist aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, aber keinem der beiden untergeordnet ist. Seine Theologie (einschließlich seiner Theologie der Trinität) dominierte dort bis zum Mittelalter. Während weitere lateinische Kirchenväter diesen Ausdruck ebenfalls gebrauchten und verbreiteten, blieb er im griechischsprachigen oströmischen Reich praktisch unbekannt. Das Zweite Ökumenische Konzil von 381 hatte das Nicänische Glaubensbekenntnis, dessen Abfassung auf dem vorherigen Konzil begonnen worden war, ergänzt und abgeschlossen. Das Dritte Ökumenische Konzil in Ephesus (431) untersagte dann weitere Änderungen, die nicht von einem späteren Ökumenischen Konzil gebilligt würden. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Text des Credos einen gewissen verpflichtenden Stellenwert und ökumenische Bedeutung gewonnen. In Rom wurde auch das Vierte Ökumenische Konzil (Chalkedon 451), das die bisherigen Konzilsbeschlüsse zum Text des Glaubensbekenntnisses bekräftigte, anerkannt. Allerdings stand Mittelitalien zu diesem Zeitpunkt vor dem Zusammenbruch. 410 und 455 war Rom von den Westgoten bzw. Vandalen geplündert worden, und 476 ging schließlich infolge des Exils des letzten Kaisers Romulus Augustulus das weströmische Reich unter. Das Filioque wurde erstmals 587 in Toledo gebraucht – ohne Befragung oder Zustimmung der damaligen fünf Patriarchen und in direkter Verletzung der Konzilsbeschlüsse. Das Ziel war die Abwehr einer regionalspezifischen Häresie, wahrscheinlich einer von den Goten eingeführten Form von Arianismus (dieses Volk war vom arianischen Bischof Wulfila missioniert worden). Die Praxis verbreitete sich dann auch in Frankreich, wo sie 767 von einem Konzil in Gentilly zurückgewiesen wurde. Auf einem von Karl dem Großen, der 800 zum Kaiser gekrönt worden war und eine Wiederherstellung des weströmischen Reichs unter seiner Führung anstrebte, 809 nach Aachen einberufenen Konzil verbot Papst Leo III. ebenfalls den Gebrauch des Filioque. Auf seine Anordnung wurde der ursprüngliche Text des Nicäno-Konstantinopolitanums im Petersdom eingraviert, um seiner Entscheidung für die Zukunft Dauerhaftigkeit zu verleihen. Einige Historiker sind der Auffassung, dass die Franken den Papst im 9. Jahrhundert drängten, das Filioque anzunehmen, um auf diese Weise einen Keil zwischen die römische Kirche und die übrigen Patriarchate zu treiben. Generell wollten die Franken Karl den Großen auch mithilfe der ihnen bekannten, als normativ erachteten Form des Katholizismus als römischen Kaiser verherrlichen. Dazu zählte das im Westen weitverbreitete Filioque und andere Abweichungen von der alten Tradition wie der Gebrauch ungesäuerten Brotes in der Eucharistie und das Priesterzölibat. Zugleich begünstigten im oströmischen Reich von ca. 726 bis 843 mehrere aufeinanderfolgende Kaiser die Häresie des Ikonoklasmus, so dass sich auch die Griechen von der angestammten Tradition entfernten. Allerdings revidierte der Osten auf dem Siebten Ökumenischen Konzil 787 seine Irrlehre, während der Westen auf seinem eigenständigen Weg bis heute verharrt.

Das „Photianische“ Schisma

858 entstand eine neue Situation, nachdem der byzantinische Kaiser Michael III. Ignatios I. als Patriarch von Konstantinopel abgesetzt und mit einem Laien, dem Hl. Photios dem Großen, ersetzte, der als erster kaiserlicher Sekretär und Botschafter in Bagdad fungierte. Allerdings verweigerte Ignatios die Abdankung, so dass Michael und Photios Papst Nikolaus I. um die Entsendung von Legaten zur Leitung einer Synode in Konstantinopel baten, welche die Angelegenheit klären sollte. Auf dem Konzil bestätigten die Legaten das Patriarchat des Photios, was Nikolaus als Kompetenzüberschreitung bewertete. Der Bischof von Rom unterstützte Ignatios als rechtmäßigen Patriarchen. Zudem war Photios entgegen den gültigen Kanones sehr rasch zum Bischof geweiht worden. Nach Auffassung J. M. Husseys wollte der Papst auch Bulgarien unter seine Kontrolle bringen und hatte dabei keinen Widerstand seitens Ignatios´, wohl aber Photios´ zu erwarten (The Orthodox Church in the Byzantine Empire. Oxford History of the Christian Church, 1986). Diese Vorgehensweise Nikolaus´ zur Absicherung seiner Position ordnet sein Eingreifen in ostkirchliche Angelegenheiten stärker in den Kontext seines allgemeinen Programms zum Ausbau der päpstlichen Monarchie ein. So erklärte Nikolaus Photios 862 nach Ankunft einer Gesandtschaft des Ignatios für abgesetzt, ebenso wie den Bischof, der ihn geweiht hatte, und den gesamten von Photios ernannten Klerus. Gleichwohl erfolgte von Seiten Konstantinopels keinerlei Reaktion. Erst 867 wies Photios den päpstlichen Anspruch endgültig zurück, u.a. wegen der Betätigung lateinischer Missionare in Bulgarien, die nach seinen Worten die dortigen orthodoxen Christen zur Abkehr von ihrem reinen Glauben und auf den Weg zur Häresie führten – insbesondere das Filioque. Photios´ Antwort zitierte es als Beweis für die römische Angewohnheit, die ihm angemessenen Grenzen zu verletzen. 867 und 869-870 setzten Synoden in Rom und Konstantinopel (das „Räuberkonzil“) Ignatios wieder in seine Position als Patriarch ein und Photios dafür ab. Nach Ignatios´ Tod in 877 übernahm Photios auf Anordnung des Kaisers und Bitte des Ignatios, mit dem er sich zuvor versöhnt hatte, erneut das Amt. 879-880 folgte die offizielle Wiedereinsetzung und die Verdammung des Filioque durch das Achte Ökumenische Konzil, an dem auch päpstliche Legaten teilnahmen und das der damalige Papst, Johannes VIII., schließlich bestätigte. 886 wurde er wiederum abgesetzt, weil der neue Kaiser Leo VI. die Abneigung gegen seinen Vater mit Photios auch gegen einen von dessen Freunden richtete. Photios lebte fortan als Mönch im armenischen Exil; heute wird er von den Orthodoxen als Heiliger, als eine der großen Säulen der Orthodoxie verehrt. Er war der erste bedeutende Theologe, der Rom in der Frage des Filioque der Häresie bezichtigte.

Rom beugt sich dem Druck der Filioquisten

Im neunten Jahrhundert stimmte Papst Leo III. in theologischer Hinsicht mit der Aussage des Filioque überein, lehnte aber – teilweise wegen seiner Traditionstreue und im Interesse der Kircheneinheit – seine Annahme in Rom ab. So ließ er auch den ursprünglichen Text des Credos – ohne das Filioque – am Petrusgrab eingravieren. Allerdings wurde während seiner Amtszeit (795-816) in der römischen Messe kein Glaubensbekenntnis gesprochen. Als der deutsche Kaiser Heinrich II. dann 1014 Rom zum Zwecke seiner Krönung besuchte, ersuchte er den dortigen Bischof um die Ergänzung der Messe durch das Credo. Dies geschah dann in der im Westen üblichen Fassung, d.h. mit dem Filioque, im Anschluss an das Evangelium. Zu dieser Zeit war das Papsttum sehr schwach, stand unter dem starken Einfluss der Deutschen und war von der militärischen Unterstützung durch den Kaiser abhängig. So hatte der Disput über das Filioque die Kirche über fast 600 Jahre hinweg nicht endgültig gespalten; trotz kultureller und sprachlicher Konflikte blieben die westliche und die östliche Kirche weitgehend in voller Gemeinschaft. 1054 trug die Auseinandersetzung dann aber zum Großen Schisma zwischen West und Ost bei, und der Westen beschuldigte den Osten sogar der Häresie, weil er das Filioque nicht in das Glaubensbekenntnis aufnahm. Weitere Streitfragen rührten größtenteils aus Missverständnissen hinsichtlich der griechischen bzw. lateinischen Tradition sowie dem jähzornigen Charakter der Kontrahenten (Kardinal Humbert aus Rom und Michael Kerularios aus Konstantinopel) her. Zu den Differenzen über die Formulierung und Lehre des Filioque gestellte sich die verwandte Frage, inwieweit der Papst berechtigt wäre, das Nicäno-Konstantinopolitanum von sich aus, ohne eine ökumenisches Konzil, zu ändern.

Wiedervereinigungsversuche und das Filioque nach dem Schisma

Im 13. Jahrhundert war Thomas von Aquin einer der führenden scholastischen Theologen, der sich in seiner „Summa Theologica“ explizit mit den „Hervorgängen“ der göttlichen Personen befasste. Aber auch wenn seine und die Theologie anderer Scholastiker mit ihrer ersichtlichen Klarheit und Brillanz im mittelalterlichen Westen dominierte, blieb sie Theologie und wurde nicht zur offiziellen römisch-katholischen Kirchenlehre. 1274 betonte das Zweite Konzil von Lyon die Aussage des Filioque in der damaligen lateinischen Version des Nicänischen Glaubensbekenntnisses, dass der Hl. Geist aus dem Vater und dem Sohn hervorginge. Die auf diesem Konzil herbeigeführte Aussöhnung mit dem Osten erwies sich nicht als dauerhaft. Eingedenk der Plünderung Konstantinopels durch venezianische Kreuzfahrer 1204 lehnte die orthodoxen Christen eine Versöhnung mit dem Westen ab, die in Gestalt einer Kapitulation vor der lateinischen Triadologie und Ekklesiologie daherkam. Die Bevölkerung Konstantinopels hegte einen tiefsitzenden Hass gegen die sogenannten „Lateiner“ oder „Franken“, und der Vatikan verfügt noch heute über einen Großteil der aus der Beute gewonnenen „Stiftung“ an die Westkirche. 1283 wurde Patriarch Johannes Bekkos, der eine Aussöhnung mit der lateinischen Kirche befürwortete, zur Abdankung gezwungen; die Wiedervereinigung scheiterte. Im 14. Jahrhundert gab es während des Großen Westlichen Schismas über weite Strecken zwei Bischöfe, die die Papstwürde beanspruchten und die Anhänger des Gegenspielers jeweils exkommunizierten. Für den Osten stellte eine Versöhnung mit einer solcherart in sich selbst gespaltenen Westkirche daher kaum eine Option dar. Auf dem Konzil von Florenz 1439 hofften Kaiser Johannes VIII. Palaiologos, Patriarch Joseph II. von Konstantinopel und andere Bischöfe aus dem Osten auf eine Aussöhnung mit dem Westen, hauptsächlich, um militärische Unterstützung gegen die vordringenden türkischen Invasoren zu erbitten. Nach einer ausführlichen Diskussion, zuerst in Ferrara, dann in Florenz, erkannten sie an, dass einige lateinische Väter vom Hervorgang des Geistes anders sprachen als die griechischen Väter. Da der allgemeine Konsens der Väter als verlässlich, als Zeugnis des gemeinsamen Glaubens galt, wurde der westliche Gebrauch nicht als Häresie und Hindernis für die Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft eingestuft. Mit einer Ausnahme (der Hl. Markus von Ephesus, der später von der Kirche als Säule der Orthodoxie proklamiert wurde) stimmten die anwesenden orthodoxen Bischöfe zu und unterzeichneten das Dekret „Laetentur Coeli“ einer Union zwischen West und Ost. Offiziell und öffentlich hielten Rom und die orthodoxe Kirche wieder Gemeinschaft. Da sich die Versöhnung von Florenz auf einen Glaubenskompromiss gründete, zerbrach sie aber bald wieder. Viele orthodoxe Gläubige und Bischöfe lehnten die Union ab. Zudem förderten die Türken nach der Eroberung Konstantinopels 1453 eine Trennung vom Westen, der ein Feind der islamischen politischen und militärischen Vorherrschaft blieb. Weiterhin war auch Patriarch Gennadios einer der Bischöfe, der die Wiedervereinigung von Florenz auf eigene Initiative hin zurückgewiesen hatte. Schließlich dominierte unter den lateinischen Theologen und Bischöfen der rationalistische westliche Scholastizismus, wodurch die lange vom Osten vertretene biblische, patristische Perspektive verdunkelt wurde, dass der Geist „aus dem Vater“ (wie in Johannes 15,26) oder – seltener – „aus dem Vater durch den Sohn“ (wie bei einigen Vätern) hervorgeht. Die östlichen Bischöfe waren vom rationalistischen Intellektualismus des Westens unberührt geblieben und so nicht von den hochgradig abstrakten und gewundenen Argumenten der Scholastiker überzeugt. So stellte die Übereinkunft von Florenz intellektuell in vielerlei Hinsicht eine Durchsetzung der scholastischen Theologie dar. Unzweifelhaft war die Kontroverse um das Filioque für Orthodoxe und Katholiken zumindest offiziell gelöst. Allerdings wurde dieser Beschluss aufgrund der historischen Situation und der unterschiedlichen Ekklesiologie – im Osten wird die gesamte Kirche als Wächter des Glaubens angesehen, während im Westen das Lehramt diese Aufgabe übernimmt – weder vollständig angenommen noch dauerhaft aufrechterhalten. Die Wiedervereinigungsliturgie im Dezember 1452 in der Hagia Sophia in Konstantinopel, in der des Papstes gedacht und das Filioque im Glaubensbekenntnis gebraucht wurde, wurde vom Klerus und den Laien der Stadt weitgehend boykottiert. Am 28. Mai 1453, am Vorabend der muslimischen Eroberung Konstantinopels, wurde erneut eine Liturgie auf diese Weise gefeiert, die nun nicht mehr von der Mehrheit der Stadtbevölkerung gemieden wurde.

Das Filioque als Häresie

In der orthodoxen Kirche gab es nie eine spezifische Konzilserklärung, die das Filioque als Häresie definierte. Allerdings wurde es von zahlreichen orthodoxen Heiligen, wie Photios dem Großen, Markus von Ephesus und Gregorios Palamas, als häretisch erachtet. Auf dem Dritten Ökumenischen Konzil und dem „Photianischen“ Konzil vom 879-880 (die beide von Rom ratifiziert wurden) verfielen alle Änderungen des Credos dem Anathema. Zudem wurde es in der „Enzyklika der östlichen Patriarchen“ 1848 ausdrücklich als häretisch gebrandmarkt. Zu den traditionell angeführten Gründen für die Definition des Filioque als häretisch zählen u.a.:

Einwände auf doktrinärer Basis

- es widerspricht der Schrift, insbesondere Johannes 15,26. Christus sagt nie, dass der Hl. Geist aus ihm hervorgeht, sondern erwähnt dessen Hervorgang nur im Hinblick auf den Vater.

- die Begründungen für die Einfügung des Filioque in das Glaubensbekenntnis (Betonung der Göttlichkeit des Sohnes und der Einheit der Dreifaltigkeit) sind obsolet. Bereits im ursprünglichen Wortlaut wird der Sohn als „Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott“ beschrieben. Der Geist wird „zusammen mit dem Vater und dem Sohn verehrt und verherrlicht“. Zudem beginnt das Credo selbst mit einem Bekenntnis des „einen Gottes“.

- das Filioque verfälscht die orthodoxe Triadologie, indem es den Geist zum untergeordneten Teil der Dreifaltigkeit macht. Die traditionelle Triadologie besteht aus der Vorstellung, dass jegliche Eigenschaft entweder allen Personen der Dreifaltigkeit zukommt oder allein einer von ihnen (Vaterschaft nur dem Vater, Gezeugtsein nur dem Sohn, Hervorgang nur dem Geist). Gottheit ist ihnen dagegen gemeinsam, ebenso wie Ewigkeit, Ungeschaffensein). Andernfalls wäre die Balance zwischen Einheit und Vielfalt zerstört.

- dementsprechend wären die Auswirkungen auf das kirchliche Leben im Falle einer Annahme des Filioque potentiell massiv. Ein falscher Glaube an Gott führt zu schädlicher Spiritualität. So wird der filioquistischen Theologie oft vorgeworfen, die Rolle des Hl. Geistes in der Kirche zu untergraben. Die kirchliche Einheit würde abhängig von einem Amt, Spiritualität eher zum Festhalten am Buchstaben des Gesetzes als dem des Geistes, Sakramente würden hinsichtlich ihrer Gültigkeit verstanden und ein Geist des Legalismus würde vorherrschen.

Einwände auf kanonischer und historischer Basis

- ein häufiger Einwand betrifft die Art und Weise der Einfügung des Filioque in das Glaubensbekenntnis. Anders als bei der ursprünglichen Annahme des Credos in Nicäa und seiner anschließenden Abänderung in Konstantinopel fiel diese Entscheidung nicht auf einem ökumenischen Konzil, sondern zuerst auf der Dritten Synode in Toledo (589).

- Rom widersetzte sich der Einfügung des Filioque über Jahrhunderte. Leo III. sprach sich entschieden dagegen aus, obwohl er der Fundiertheit und Gültigkeit der entsprechenden Doktrin zustimmte. Durch seine spätere Kehrtwende sprach Rom so das Anathema über die eigenen spirituellen Vorläufer aus.

Quelle

  • OrthodoxWiki: Filioque (Stand: 12. Oktober 2014). Dieser Absatz ist ein wörtliche Übersetzung des gleichnamigen Lemmas in OrthodoxWiki. Die Übersetzung und Berarbeitung besorgte Georgios.

Weblinks