Ermenburgh von Minster in Thanet

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Gedächtnis: 19. November

Die ehrwürdige Ermenburgh († Ende 7. Jh.) entstammte dem Königshaus von Kent. Sie war eine Tochter des Königs Eorcenberht und der Königin Sexburga, die nach dem Tod ihres Gatten Äbtissin des Klosters Minster-in-Sheppey wurde. Als Geschwister sind in den genealogischen Überlieferungen mehrere bedeutende Frauen genannt: Ethelburgha von Lyminge sowie Etheldreda und Wihtburh, die später Äbtissinnen und Gründerinnen einflussreicher Klöster wurden. Diese Verbindungen zeigen den ausgeprägten klösterlichen Charakter der Familie, die im 7. Jahrhundert maßgeblich zur Festigung des kirchlichen Lebens in Kent und im angrenzenden East Anglia beitrug.

Ermenburgh wird als Gründerin des Frauenklosters von Minster-in-Thanet überliefert. Die ältesten Nachrichten sprechen von einer Landzuwendung durch König Ecgberht von Kent, der das Kloster später bestätigt und gefördert hat. Die Gründung wird in die Jahre zwischen 670 und 675 datiert. Ermenburgh wirkte dort als erste Äbtissin. Das Kloster entwickelte sich früh zu einem Zentrum des weiblichen Mönchtums in Kent, das in Bildung, Schriftkultur und kirchlicher Grundverwaltung eine feste Rolle spielte. Zeitgenössische Quellen zu ihrem persönlichen Wirken sind nicht erhalten, doch bestätigen spätere monastische Traditionen ihre anhaltende Stellung in der Erinnerung des Klosters. Ihr Tod wird gegen das Ende des 7. Jahrhunderts angenommen; eine festere Verehrung lässt sich erst im Hochmittelalter sicher nachweisen, vor allem in der lokalen Überlieferung von Minster-in-Thanet.


Gebete

Troparion (4. Ton)

Aus königlichem Stamm erblühtest du in heiliger Demut, o ehrwürdige Mutter Ermenburgh; denn du weihtest Anfang und Vollendung deines Lebens Christus und errichtetest auf Thanet eine Wohnstatt des Gebets. Darum flehen wir: Bitte den menschenliebenden Gott, uns auf dem Weg des Heiles zu stärken und unsere Seelen zu erretten.