Edith von Wilton

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Reste der ehem. Klosterkirche in Wilton

Gedächtnis: 16. September

Die heilige Edith von Wilton (auch Eadgyth; * um 961; † 16. September 984 in Wilton) war eine angelsächsische Nonne und Wundertäterin. Sie wird in der Orthodoxen Kirche als gottesfürchtige Jungfrau verehrt.

Leben

Herkunft und Kindheit

Edith war die Tochter des westsächsischen Königs Edgar des Friedvollen (Edgar the Peaceful) und der heiligen Wulftrud (Wulfthryth). Kurz nach ihrer Geburt trennten sich ihre Eltern, woraufhin Wulftrud als Nonne in das Frauenkloster Wilton eintrat und ihre kleine Tochter mit sich nahm.

Eine Überlieferung besagt, dass König Edgar das Kleinkind auf den königlichen Hof zurückholen wollte. Er legte dem Kind Kronen, Schmuck und kostbare Gewänder vor, während die Mutter religiöse Objekte zeigte. Das Kind griff sogleich nach den geistlichen Gegenständen und wandte sich von den weltlichen Reichtümern ab. Edith wuchs unter der Obhut ihrer Mutter im Kloster Wilton auf und erhielt eine für die damalige Zeit außergewöhnlich umfassende Bildung in Heiliger Schrift, Patristik und den freien Künsten.

Monastisches Leben und Tugenden

Schon im Alter von etwa 15 Jahren legte Edith die Mönchsgelübde ab. Trotz ihrer königlichen Herkunft zeichnete sie sich durch große Demut, strenge Fastenübungen und nächtliche Gebetswachen aus. Den Armen und Kranken diente sie persönlich in einem von ihr errichteten Hospital im Klosterbereich.

Ihre äußere Erscheinung bot bisweilen Anlass zur Verwunderung: Als Königstochter trug sie nach außen hin standesgemäße, elegante Gewänder, unter denen sie jedoch verborgen ein raues Büßergewand (Cilicium) trug. Als der heilige Ethelwold von Winchester sie wegen ihrer kostbaren Kleidung ermahnte, antwortete Edith:

„Gott blickt auf das Herz und nicht auf das Gewand. Unter feiner Seide kann ein Geist ebenso demütig sein wie unter einem rauen Habit.“

Ein bekanntes Wunder berichtet, dass eine Feuerkerze in die Truhe mit ihren Seidengewändern fiel; die Truhe brannte komplett aus, doch Ediths Kleider blieben unversehrt.

Verzicht auf die Königskrone

Nach der Ermordung ihres Halbbruders, des heiligen Märtyrerkönigs Edward (978), versuchten führende Adlige und Geistliche des Reiches, Edith zur Königin von England zu erheben. Sie lehnte die Krone ab, um ungestört ihr Leben der Anbetung Christi im Kloster zu widmen. Auch die Leitung mehrerer Klöster, die ihr angeboten wurde, wies sie im Geiste der Demut zurück.

Entschlafung

Edith ließ im Kloster Wilton eine Kapelle zu Ehren des hl. Dionysius von Paris errichten. Bei deren Weihe weinte der heilige Dunstan, Erzbischof von Canterbury. Auf Nachfrage weissagte er ihren nahen Tod und verkündete, dass ihr rechter Daumen – mit dem sie unaufhörlich das heilige Kreuzzeichen auf ihre Stirn zeichnete – unverwest bleiben werde.

Drei Wochen später, am 16. September 984, entschlief Edith im Alter von 23 Jahren sanft im Herrn.

Verehrung und Reliquien

Drei Jahre nach ihrem Heimgang wurde ihr Grab unter Erzbischof Dunstan geöffnet. Ihr Leib wurde unverwest vorgefunden und verströmte Wohlgeruch. Insbesondere ihr rechter Daumen war völlig unversehrt gebleiben. Ihre Gebeine wurden in die von ihr erbaute St.-Dionysius-Kapelle übertragen. Das Kloster Wilton entwickelte sich in der Folgezeit zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte im orthodoxen England des 10. und 11. Jahrhunderts.

Gebete

Troparion (4. Ton)

Von Jugend an liebtest du Christus, o Gesegnete, und im brennenden Verlangen, dich für Ihn allein zu plagen, mühtest du dich in der Askese im königlichen Kloster zu Wilton. Und da du die Demut der Seele und geistliche Stille erlangt hattest, gingst du hinüber zu den Palästen des Paradieses, wo du für uns eintrittst, o ehrwürdige Mutter Edith.

Kondakion (2. Ton)

In Fasten, Nachtwachen und Gebeten mühtest du dich, o heilige Mutter Edith, und so erleuchtetest du deine Seele und bezwangst die fleischlichen Leidenschaften. Durch deine Fürbitte befreie uns aus den Fallstricken unserer sichtbaren und unsichtbaren Feinde.