Blasius

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Erzbischof Blasius von Sebaste.jpg
Reliquiar des Hl. Blasius in der Klosterkirche Rheinau

Der Hl. Blasius von Sebaste (* 2. Hälfte 3. Jahrhundert in Sebaste, heute Sivas in der Türkei; † um 316) war Bischof von Sebaste in Kappadokien und starb als Märtyrer. Sein Gedächtnis wird gefeiert am 11. Februar.

Der Hl. Blasius war Bischof von Sebaste in Kappadokien zu Beginn des 4. Jahrhunderts. Als die Verfolgung der Christen begann, welche sich speziell gegen die geistlichen Hirten richtete, in der Absicht, die Gemeinden dadurch leichter zu zerstreuen, entwich der Hl. Blasius in die Einsamkeit und verbarg sich in einer Höhle auf dem Berge Agäus, wo er in Gebet und Betrachtung seine Tage verbrachte. Die geistliche Vollkommenheit des Heiligen war so groß, dass ihm die Tiere gehorchten und ihn besuchten, wenn sie verletzt oder erkrankt waren. Der Hl. Bischof gab ihnen dann seinen Segen und betete für sie, und so wurden die Tiere wieder gesund. Dafür brachten ihm die Tiere Nahrung, und während seines Gebetes sangen die Vögel mitunter vor seiner Höhle die schönsten Weisen. Währenddessen dauerte die Verfolgung der Christen fort; viele wurden gefangen und gemartert, unter anderem dadurch, dass sie wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen wurden. Um solche Tiere einzufangen, schickte der Statthalter Agricola eines Tages seine Knechte aus zur Jagd. Als sie durch den Wald zogen, fanden sie nur wenig Wild, bis sie in die Nähe der Höhle des Hl. Blasius kamen; hier mehrte sich ihre Zahl auffällig. Bei der Verfolgung der Tiere gelangten die Jäger schließlich zum Hl. Blasius selbst, bei welchem die Tiere Zuflucht gesucht hatten. Hier sahen die Jäger die Tiere um den Heiligen versammelt wie um einen guten Freund, und scheuten sich, diesen noch etwas zuleide zu tun. Statt dessen kehrten sie um und berichteten dem Statthalter von dem Vorfall. Dieser reagierte mit Zorn gegen den Heiligen und befahl, diesen gefangen zu nehmen. Da eilten die Knechte fort, um den Befehl des Statthalters auszuführen. Unterdessen war es Nacht geworden. Da sah der Hl. Bischof im Gebet den Herrn, der zu ihm sprach: “Stehe auf, denn du sollst mir Opfer bringen! “ Der Heilige erhob sich gehorsam, trat aus der Höhle und stieß dabei auf Agricolas Knechte. Diese riefen ihm zu, dass er mit ihnen kommen solle, da der Statthalter ihn zu sich rufe. „Meine Kinder“, entgegenete ihnen da der Heilige mit fröhlichem Angesicht, „seid mir willkommen, denn nun sehe ich, dass der Herr mich heimgesucht hat.“ Als sie sich auf den Weg machten und ihm alle Tiere dabei nachfolgten, wurden die Knechte von Furcht erfüllt und wollten fliehen; der Heilige aber sprach: „Fürchtet euch nicht, sie tun euch keinen Schaden.“ Und dann gebot er den Tieren zurückzubleiben. Diese blieben traurig stehen, schauten dem Heiligen lange nach und entfernten sich dann still in den Wald. Unterwegs predigte der Hl. Blasius allen, die ihm zuhören wollten, das Wort Gottes. Eine Frau mit einem Kind auf dem Arm begegnete ihnen. Dem Kleinen war eine Fischgräte im Hals stecken geblieben, und die Frau klagte laut darüber, dass ihr Kind am Ersticken sei. Da rief der Hl. Blasius die Mutter zu sich. Als diese das Kind vor dem Heiligen auf den Boden gelegt hatte, kniete er nieder, betete und segnete das Kind, und alsbald war es wieder gesund. Wenig später trafen sie auf eine Frau, welcher ein Wolf ihr einziges Schwein geraubt hatte. Der Heilige betete für die Witwe, und bald schon brachte der Wolf selbst das Schwein lebendig der Witwe wieder zurück. Vor den Statthalter geführt, wurde der Hl. Blasius von diesem aufgefordert, den Göttern zu opfern. Er aber gab diesem zur Antwort, dass er dem Herrn Jesus Christus seinen Leib und seine Seele opfere, Agricolas Götzen aber nichts. Dafür ließ ihn der Statthalter mit verschiedenen Foltern martern: mit scharfen Krallen wurde er zerfleischt, mit Stöcken geschlagen, ins Wasser geworfen und schließlich enthauptet. Die Reliquien des geistlichen Märtyrers Blasius kamen im 9. Jahrhundert nach Rheinau und nach St. Blasien. Sein Haupt befindet sich in einem speziellen Kopfreliquar im Braunschweiger Blasiusdom.

Textnachweis

Dieser Text stammt aus: "Orthodoxe Heiligenleben", Vorabdruck im Internet, S.75f. Scan des Kapitels über den Hl. Blasius. Mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber.