Benutzer:Christian/Prohorius von Krakau

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http://www.regesta-imperii.de/regesten/suche/result/nr/0966-00-00_1_0_2_5_0_423_F398.html?tx_hisodat_sources%5BsearchMode%5D=10&cHash=2bc67c2d6bd39fc4368f534c25bb76a2#rinav

Prohorius - wurde in zwei Annalen (erstmals 1267 in den Rocznik kapituły krakowskiej (Annalen des Domkapitels Krakau)[1], ein zweites Mal im 14. Jahrhundert) als erster Bischof von Krakau erwähnt

nach Józef Widajewicz waren sowohl Prohorius wie auch Proculphus griechische Mitarbeiter des Slawenapostels Method von Saloniki.[2] Nach dieser Datierung wäre die Amtszeit von Prohorius ab der orthodoxen Taufe der Wislanen und ihres Fürsten in den Jahren 875 bis 880 anzusetzen. Ein Taufbecken aus dieser Zeit wurde in Wiślica, einer weiteren Wislanenresidenz neben Krakau, archäologisch nachgewiesen.

nach Piotr Biliński[3] amtierte er von 969 bis 986, nach den Monumenta Poloniae Historica erst ab 970[4]. Demzufolge bestand das Bistum Krakau schon einige Jahre, bevor das römisch-katholische Bistum Prag 973 durch eine Übereinkunft zwischen Boleslav II. und Kaiser Otto I. sowie dem Regensburger Bischof Wolfgang gegründet wurde. Da Kleinpolen mit Krakau damals seit der Mitte des 10. Jahrhunderts zu Böhmen gehörte[5][6], unterstand Prohorius dann dem im Januar 976[7] geweihten Thietmar von Prag, der am 2. Januar 982 verstarb und dessen Nachfolger Adalbert von Prag wurde[8].

vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Prohorius

Der griechische Name von Prohorius (Prochorios) lässt es möglich erscheinen, dass dieser im Zuge der Christianisierung des Mährerreiches Anfang des 10. Jahrhunderts in Krakau eingesetzt wurde - 950 hatten sich Chrobatien einschließlich der Krakowianer dem Kaiser Otto I. unterstellt[9].

vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Erzbistum_Krakau

986: Proculphus zweiter Bischof von Krakau - er wurde nur in den Rocznik kapituły krakowskiej von 1267 genannt, welche eine Liste der Bischöfe von Krakau beinhaltet. Weitere Erwähnungen sind nicht überliefert. Nach Piotr Biliński amtierte er von 986 bis 1014, also in der Zeit der Eroberung von Krakau durch die Piasten Großpolens. Die Überschneidung mit der Amtszeit des lateinischen Bischofs Poppo ab spätestens dem Jahr 1000 wird mit dem kirchenslawischen Hintergrund des vermutlich griechischstämmigen [10] Proculphus erklärt.

vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Proculphus

Einzelnachweise

  1. Monumenta Poloniae Historica (Pomniki Dziejowe Polski), Series nova, t. 5, Najdawniejsze roczniki krakowskie i kalendarz, Warszawa 1978, S. VIII-LXI
  2. Jozef Widajewicz: Pierwsze biskupstwa w Polsce. In: Polonia sacra 5/1952, S. 132‒152, vgl. Inhaltsverzeinis, Nr. 153 (abgerufen am 6. März 2017)
  3. Piotr Biliński: Żywoty sławnych Biskupów Krakowskich Prohor i Prokulf. In: Tygodnik Salwatorski, Nr. 21/231, 23. Mai 1999 online)
  4. Monumenta Poloniae historica. T. 1 Red.: August Bielowski, Lwów 1864, S. 828: „970. Prohorius primus episcopus Cracoviae ordinatur.“ online (abgerufen am 3. März 2017)
  5. Regensburg, Urkunde von 29. April 1086 (Grenzbeschreibung des Bistums Prag). In: Regesta Imperii RIplus Regg. EB Mainz 1 [n. 1263] (online; abgerufen am 4. März 2017): „Wezilo ([Erzbischof von Mainz] 1084-1088)... Intervenient bei k. Heinrich IV, welcher die vereinigung des Olmützer bisthums mit dem Prager bestätigt und genau die grenze des derart erweiterten Prager bisthums bestätigt.“
  6. Urkunde 1086 (Grenzbeschreibung des Bistums Prag). In: Regesta Imperii RIplus Regg. EB Mainz 1 [n. 1265] (online; abgerufen am 4. März 2017): „Wezilo ([Erzbischof von Mainz] 1084-1088)... Intervenient bei dem gegenPapst Clemens III, welcher die durch k. Heinrich IV hergestellte begrenzung des Prager bisthums bestätigt. Similiter eodem anno Heinrico imperatore demandante et Maguntino archiepiscopo Wezlone interveniente, per legatos apostolici, qui eidem (Maguntino) interfuerunt concilio, domnus Clemens papa secundum praedictos terminos suo privilegio corroborat Pragensem episcopatum. Cosmae Chron. Boemor. Lib. II. in: MGH SS 9, 93. [Nummer im Druck: 16]“
  7. Jaroslav Kadlec: Založení pražského biskupství. Roztoky 1971
  8. Michal Lutovský, Zdeněk Petráň: Slavníkovci - mýtus českého dějepisectví. Prag 2004, ISBN 80-7277-291-0
  9. Vincent Kadlubek, ein historisch-kritischer Beytrag, Warschau 1822
  10. Roman Ossipowitsch Jakobson: Comparative Slavic Studies. The Cyrillo-Methodian Tradition. Walter de Gruyter 1985: „The name of the first bishop of Cracow, Prohor (Prochor), and also probably the name of his successor, Prokulf (Proklus), belong to the Byzantine world.“


Johannes XIII. - RI II,5 n. †398 [war Papst vom 1. Oktober 965 bis 972]

966 (Ende), (Rom)

Im Zuge der ersten Organisation der christlichen Kirche in Polen setzt der Papst (Johannes XIII.) den Gallier Willibald als ersten Erzbischof von Gnesen ein, ernennt auf Bitte des Polenfürsten (Mieszko I.) den edlen Römer Prohor zum ersten Erzbischof von Krakau und den Römer Gottfried zum Bischof von Schmograu(-Breslau), läßt letzteren in Rom ordinieren, bestimmt auf Bitte der Polen den aus der Familie Orsini stammenden Jordan zum Bischof von Posen, erteilt diesem selbst die Weihe und schenkt ihm das Schwert des Apostels Petrus.

Überlieferung

Erw.: Cat. II. archiep. Gnesnensium (MPH. III 405); Długosz, Cat. (Opera I 343, 443, 482; MPH. N. S. X/2, 135 f.).

Reg.: ‒

Lit.:

  • Kętrzyński, Biskupstwa 612 ff.;
  • Abraham, Organizacya 14 ff.;
  • Abraham, Początec biskupstwa 177 ff.;
  • Parczewski, Prohor i Prokulf 134 ff.;
  • Gumplowicz, Początki biskupstwa krakowskiego 144 ff.;
  • Völker, Kirchengesch. Polens 7 ff.;
  • B. Stasiewski. Die ersten Spuren des Christentums in Polen (Zs. f. osteurop. Gesch., N. F. 4/1934, 258 ff.);
  • Schmid, Grundlagen 171 ff.;
  • Buczek, Pierwsze biskupstwa polskie 191 ff.;
  • Widajewicz, Prohor i Prokulf 17 ff.;
  • Dvornik, Making 72 ff. u. 250 ff.;
  • J. Widajewicz, Pierwsze biskupstwa w Polsce (Polonia sacra 5/1952, 131‒152);
  • Poklewski, Prohorius et Proculphus 173 ff.,
  • E. Potkowski, Fiktive Biographien in den Katalogen polnischer Bischöfe des Jan Długosz (MG. Schriften 33/I, 1988, 395‒416).

Die Angaben der zitierten Quellen sind legendär und auch chronologisch falsch.

Długosz (vgl. über ihn Schulte, Dlugossiana 126 ff.) schreibt die Ernennungen dem Papst Stephan VII. zu, datiert aber ins Jahr 966 (MPH. N. S. X/2, 135 f.).

  • [war Papst von Mai 929 bis Februar 931.]

Um die Bestellung Prohors von Krakau soll Boleslaw I. von Polen, um die Gottfrieds Mieszko I. gemeinsam mit Boleslaw I. ersucht haben.

  • [Boleslaw I. * 965/967; † 17. Juni 1025) war ab 992 Herzog von Polen und im Jahr 1025 erster König von Polen -Mieszko I. * um 945?; † 25. Mai 992) aus der Herrscherfamilie der Piasten war ein slawischer Fürst, der in den westlichen Quellen als erster Herrscher im Gebiet des heutigen Polen namentlich nachweisbar ist. Er war ab etwa 960 Herzog von Polen.]

Laut einem Gnesener Katalog (MPH. III 391) und laut dem Krakauer Katalog des Długosz (MPH. N. S. X/2, 136) hat sogar schon Papst Johannes VIII. den ersten Erzbischof von Gnesen eingesetzt; vgl. aber zur tatsächlichen Gründung des Erzbistums n. 902.

  • [war Papst von 872 bis 882.]

Den Namen Willibald (Vilibalmus, Vilibaldus bzw. Wilibalinus) erklärt Liske in MPH. III 382 als entstellte Übernahme des Namens Wilhelm aus einem Mainzer Katalog; vgl. auch Perlbach in NA. 24/1899, 269.

Parczewski sah in den durch die ältesten Krakauer Kataloge im 13. Jh. erwähnten Bischöfen Prohor und Prokulf von Krakau Bischöfe von Auch, die irrig übernommen wurden;

  • [506–511: Nicetius + Perpetue + Minerve II. + Alecius I. + Amelius + Salvius + Porchaire + Proculeianus I. + Priscius + 533–551: Proculeianus]


Poklewski verweist auf Namensähnlichkeiten mit Bischöfen von Chalon-sur-Saône,

  • [konnte nicht bestätigt werden]

während Widajewicz in Prohor und Prokulf griechische Mitarbeiter des Slawenapostels Methodios sehen wollte, deren Wirksamkeit demnach in den Anfang des 10. Jh. fiele; vgl. auch Dvornik 251 und Ratkoš in Studia hist. Slovaca 3/1965, 20.

Von einer päpstlichen Ernennung ist in den ältesten Krakauer Katalogen keine Rede, ob in Krakau schon vor 1000 Bischöfe amtierten, ist strittig, keinesfalls aber war Krakau Erzbistum, wie Długosz behauptet.

Über die Gründung des Bistums Breslau, dessen Sitz laut Długosz zuerst Schmograu (Smogorzoviensis ecclesia) gewesen sein soll, vgl. Brzoska in: 950 Jahre Bistum Breslau (1951) 28.

Einzig sicher eine historische Persönlichkeit ist Bischof Jordan, der wohl nach der Taufe Mieszkos I. als Missionsbischof nach Polen kam; vgl. dazu auch Jedlicki in RH. de droit français IV/12 (1933) 664; Sappok, Anfänge des Bistums Posen 71 ff.; Brackmann, Aufsätze 166 und K. Maleczyński, W sprawie założenia biskupstwa poznańskiego (Sprawozdania wrocławskiego towarzystwa naukowego 4/1949, 123 ff.).

Grundlage der Tradition über die Bistumsgründungen in Polen ist demnach die Bekehrung Mieszkos um 966.

S. Kętrzyński. W sprawie pierwszych biskupstwa polskich (Przegląd historyczny 39/1949, 57 ff.) vermutet, daß schon im 10. Jh. mehrere Missionsbischöfe in Polen ohne festen Sitz wirkten.

T. Manteuffel, L'État de Mesco Ier et les relations internationales au Xe siècle (RH. 228/1962, 7), daß die vom Chr. hungarico polonicum 5 (SS. rer. Hung. II 307) im Zusammenhang mit n. 942 berichtete Gesandtschaft Mieszkos zu Papst Leo (VIII.) insofern richtig sein könnte, als Mieszko wohl bald nach seiner Konversion mit Rom in Verbindung getreten sein dürfte.

Zu datieren wäre aber frühestens in den Pontifikat Johannes' XIII. und in die Zeit nach dessen Restitution; vgl. auch Grabski, Bolesław Chrobry 28 f.

http://www.regesta-imperii.de/id/0966-00-00_1_0_2_5_0_423_F398


Bolesław I. (Polen) [* 965/967; † 17. Juni 1025) aus der Herrscherfamilie der Piasten war ab 992 Herzog von Polen und im Jahr 1025 erster König von Polen] ließ die Gebeine des 997 ermordeten Missionars Adalbert von Prag nach Gnesen überführen; die nun beginnenden Wallfahrten bestärkten Bolesław darin, die Stadt zum Erzbistum zu erheben, das an die Stelle des alten Missionsbistums Posen treten sollte.