Willibrord: Unterschied zwischen den Versionen

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Er wurde in der Klosterkirche zu Echternach begraben. Gleich nach seinem Tod wurde er wie ein Lebender um seine Fürbitte bei Gott in verschiendenen Anliegen, mit Erfolg, angerufen, besonders erfolgreich gegen die Pest und den Veitstanz. Als im Jahre 1031 der Abt Humbert seine sterblichen Überreste aufdeckte fand man dieselben noch fast vollständig erhalten. Die Kutte und die Umgürtung, Cilicium genannt, und der seidene Mantel in welchem er 300 Jahre vorher begraben worden war, waren noch gut erhalten. Im Jahre 1794 wurde sein Grab zusammen mit der Kirche durch die Sansculotten entweiht und die Reliquien zerstreut. Ein katholischer Geistlicher namens Willibrord Meyer aus Bendorf wagte es die Kirche zu dieser Zeit zu besuchen und rettete was er noch von den Reliquien, die zwischen Glassplittern und zerschlagenen Türen und Fenstern über den Boden der Kirche zersteut waren, fand, und übergab es dem Dechanten von Echternach. Seit 1828 ruhen diese Restreliquien des hl. Willibrord unter dem Hochaltar der Pfarrkirche von Echternach. Reliquien des hl. Willibrordus befinden sich noch in der St. Paulskirche in Trier, in der Willibrordkirche in Haag und in der Patrocluskirche zu Soest.
 
Er wurde in der Klosterkirche zu Echternach begraben. Gleich nach seinem Tod wurde er wie ein Lebender um seine Fürbitte bei Gott in verschiendenen Anliegen, mit Erfolg, angerufen, besonders erfolgreich gegen die Pest und den Veitstanz. Als im Jahre 1031 der Abt Humbert seine sterblichen Überreste aufdeckte fand man dieselben noch fast vollständig erhalten. Die Kutte und die Umgürtung, Cilicium genannt, und der seidene Mantel in welchem er 300 Jahre vorher begraben worden war, waren noch gut erhalten. Im Jahre 1794 wurde sein Grab zusammen mit der Kirche durch die Sansculotten entweiht und die Reliquien zerstreut. Ein katholischer Geistlicher namens Willibrord Meyer aus Bendorf wagte es die Kirche zu dieser Zeit zu besuchen und rettete was er noch von den Reliquien, die zwischen Glassplittern und zerschlagenen Türen und Fenstern über den Boden der Kirche zersteut waren, fand, und übergab es dem Dechanten von Echternach. Seit 1828 ruhen diese Restreliquien des hl. Willibrord unter dem Hochaltar der Pfarrkirche von Echternach. Reliquien des hl. Willibrordus befinden sich noch in der St. Paulskirche in Trier, in der Willibrordkirche in Haag und in der Patrocluskirche zu Soest.
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==Textnachweis==
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Dieser Text stammt aus: "Orthodoxe Heiligenleben", Vorabdruck im Internet, S. 272 ff. [http://www.orthodoxe-kirche.de/Literatur/Heiligenleben/FmpGoClick/db68.html#Heading338 Scan des Kapitels über den Hl. Willibrord]. Mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber.
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[[Kategorie:Heilige]] [[Kategorie:Personen]] [[Kategorie:Heilige aus Deutschland]]

Version vom 16. April 2021, 14:21 Uhr

Gedächtnis: 7. November

Der hl. Willibrordus ist aus England gebürtig und missionierte das Gebiet der heutigen Niederlanden. Er kam in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts zur Welt. Sein Vater hieß Wilgis und war Soldat. Im Alter zog er sich in die Einsamkeit zurück. Er starb als Einsiedler und wird unter dem Namen Wilgis als Heiliger verehrt. Seine Mutter hieß Mena und starb wahrscheinlich vor seinem Vater. Mit etwa 30 Jahren empfing der hl. Willibrord die Priesterweihe. Dannach reiste er auf Wunsch seiner Oberen mit 11 Begleitern auf den Kontinent, um in Friesland das Evangelium zu verkündigen. Damals waren die Friesen noch nicht gewohnt in Städten zu leben, oder Getreide anzubauen. Sie lebten von der Jagd und vom Fischfang. Sein Lehrer der hl. Bischof Wilfrid hatte hier bereits im Jahre 617, unter dem König Algis, mit Erfolg gearbeitet. Aber um das Jahr 692, als der hl. Willibrord hier ankam, betrachteten die Friesen das Christentum nur noch als ein Mittel sie dem fränkischen König zu unterwerfen und lehnten es deshalb hartnäckig ab. Erst nach dem militärischen Erfolg des fränkischen Hausmeiers Pipin Heristal über neuen friesischen König Radbod, in dessen Folge große Teile Frieslands, das damals von der Schelde im Westen, bis an die Ems im Osten, sammt der ganzen Meeresküste von Dollart bis zum heutigen Ostende reichte, dem fränkischen Reich einverleibt wurden, machte die Missionierung notgedrungen Fortschritte. Dazu wurde allen, die das Christentum annahmen, große Vergünstigungen gewährt. Auf den Wunsch Pipins begab sich Willibrordus im Jahre 695 zu Papst Sergius I. nach Rom und wurde von diesem am 22. November desselben Jahres zum Bischof mit dem Namen Clemens geweiht, und mit dem Pallium geehrt. Nach 14 Tagen kehrte er bereits wieder nach Friesland zurück.

Hier residierte er in der ehemaligen, von König Dagobert I. angelegten, Hauptstadt Wiltaburg, dem heutigen Utrecht, im halbzerstörten fränkischen Königspalast. Er gründete eine Missionsschule, erbaute eine Kathedralkirche zu Ehren des Erlösers, und eine Kirche zu Ehren des hl. lebenspendenden Kreuzes, die er später dem hl. Martin weihte. Außerdem begann er dort ein Kloster, in welchem nicht nur seine aus England mitgebrachten Mitarbeiter lebten, sondern bald auch Schüler aus den umliegenden Völkern. An Mitarbeitern des hl. Willibrordus werden die hll. Wernefried vom Betuwenland und der hl. Adalbert vom Kennemerland, in der Gegend von Egmant, erwähnt, sowie der hl. Suitbert. Im Auftrag von Pipin Heristall missionierte der hl. Willibrord an den Flüssen Maas und Mosel. Hier gründete er, um das Jahr 695, das Kloster Epternach, heute Echternach, an der Sauer. Durch die Einrichtung eines Marktes wurde dieser Ort ein wichtiges Handelszentrum. Die Mönche dieses Klosters legten die Moore und Sümpfe trocken und begannen den Acker- und Weinbau einzuführen. Besonderen Erfolg hatte ihre Tätigkeit auf dem linken Rheinufer. Das Gedächtnis an den hl. Willibrord bewaren bis heute ein an der Sauer aufsteigendes Felsriff, das als Willibrords Predigtstuhl bezeichnet wird und in Wilwerwiltz ein Brunnen, der auf den hl. Willibrord zurückgeht. In Köln erhob der Heilige die Reliquien der hl. Cunera. Bis nach Antwerpen reichte die Tätigkeit des Heiligen. Besonders bemühte er sich um die Überwindung alter heidnischer Bräuche wie Felsen-, Quellen- und Baumverehrung. Durch die Unterstützung der fränkischen Großen errichtete er viele Kirchen und Versammlungsräume für die Einheimischen, die von seinen Schülern verwaltet wurden. Unter anderem geht auch die Marienkirche zu den Märtyrern und die Paulskirche in Trier auf den hl. Willibrord zurück. Ebenso die Münsterkirche von Emmerich. Im Kloster Oerren in Trier wehrten die Nonnen die Pest mit vom hl. Willibrord geweihtem Wasser ab. In Hyloo entstand auf die Gebete des Heiligen ein Brunnen, der bis auf unsere Tage dort besteht. Im Jahre 711 gründete er mit der Unterstützung der Herzogin Plectrudis das Kloster Süstern, welchem durch Pipin freie [274] Abtwahl, unter der Oberaufsicht, des hl. Willibrord eingeräumt wurde. Nach einer erfolglosen Missionsreise zum dänischen König Ongentheow wurde er durch einen Sturm nach Helgoland verschlagen, wo er drei Männer taufte. Da er dabei eine Quelle benutzte, aus welcher nach heidnischem Brauch nur schweigend Wasser geschöpft werden durfte, zog er sich dabei wiederum den Haß König Radbods zu, welcher ihn nur mit Rücksicht auf den mächtigen Pipin am Leben lies. Auf der Insel Walchern, auf welcher einem Heidengott namens Odin gedient wurde, stürzte er eine Götzenstatue um. Der Wächter, welcher den hl. Willibrordus daraufhin sogleich verwundete wurde augenblicklich vom Teufel besessen und starb am dritten Tag, während der Heilige keinen Schaden davontrug. Dieses Zeichen hatte eine so große Wirkung auf König Radbod und sein Volk gemacht, das der Heilige daraufhin für einige Zeit auch in den vom Frankenreich noch unabhängigen Gebieten missionieren durfte. Seit dem Jahre 714 aber, als Folge der Ermordung von Grimoald brach ein neuer Krieg zwischen Franken und Friesen aus. Seit dieser Zeit war Echternach der alleinige Stützpunkt der Missionsreisen des hl. Willibrord, die bis nach Thüringen reichten, wo er von Herzog Hedan II. das Schloss zu Hammelburg bekam, in welchem er ein Kloster einrichtete. Kurz vor dem Tod Pipins war seinem Sohne Carl ein Sohn geboren worden, den der hl. Willibrord taufte. Hierbei prophezeite er, das dieses Kind, der spätere Pipin der Kleine, größer als alle vorhergegangenen Frankenkönige sein wird. In der Tat wurde er er Ahnherr der Karolinger. Erst im Jahre 717 mußte König Radbod kapitulieren, und von dieser Zeit an wurden die, während des Krieges, von den Friesen, zerstörten Kirchen wieder aufgebaut. Drei Jahre half ihm dabei der Priestermönch Bonifatius, bevor dieser sich wieder der Missionierung Mittelgermaniens zuwandte. Im Jahre 726 schrieb Bischof Willibrord sein Testament in welchem er alle ihm geschenkten Güter dem Kloster von Echternach übertrug, wo er auch beigesetzt zu werden wünschte. Das Testament beginnt mit einer Einleitung, welche auch der hl. Seraphim von Sarow geschrieben haben könnte: “Im Namen Christi. Es ist notwendig, das die Christen stets den Weg der Wahrheit kennen, auf welchem sie ihrem Schöpfer auf würdige Weise durch ihre Verdienste zu gefallen vermögen, damit das Werk ihrer Almosen und ihre Frömmigkeit ihnen zur Seligkeit gereichen. “ Der hl. Seraphim von Sarow sagte das gleiche 1000 Jahre später mit der Beteuerung, das nur diejenigen guten Werke uns den Heiligen Geist erwerben, welche wir für Christus tun. Alles was wir nicht ausdrücklich um Christi Willen tun, hat nach der Erfahrung der hll. Väter keinen Wert für den Erwerb des ewigen Lebens.

Im Jahre 727 unterzeichnete der hl. Willibrord noch die Stiftung von Murbach. Bis zuletzt war er tätig mit Predigen und Taufen. Zum Sterben kehrte er nach Echternach zurück, wo er in der Nacht zum 7. November des Jahres 739 im Alter von 82 Jahren starb. Seine letzten Worte waren: “Nun entlässt Du Herr Deinen Diener in Frieden.“

Nach seinem Biografen Alcuin hatte der hl. Willibrordus ein angenehmes würdevolles Äußeres, war mild und allezeit heiter im Umgang, weise im Rat, unermüdlich in den apostolischen Arbeiten, und zugleich besorgt, die eigene Seele zu nähren und zu stärken durch Beten, Psalmensingen, Wachen und Fasten.“

Er wurde in der Klosterkirche zu Echternach begraben. Gleich nach seinem Tod wurde er wie ein Lebender um seine Fürbitte bei Gott in verschiendenen Anliegen, mit Erfolg, angerufen, besonders erfolgreich gegen die Pest und den Veitstanz. Als im Jahre 1031 der Abt Humbert seine sterblichen Überreste aufdeckte fand man dieselben noch fast vollständig erhalten. Die Kutte und die Umgürtung, Cilicium genannt, und der seidene Mantel in welchem er 300 Jahre vorher begraben worden war, waren noch gut erhalten. Im Jahre 1794 wurde sein Grab zusammen mit der Kirche durch die Sansculotten entweiht und die Reliquien zerstreut. Ein katholischer Geistlicher namens Willibrord Meyer aus Bendorf wagte es die Kirche zu dieser Zeit zu besuchen und rettete was er noch von den Reliquien, die zwischen Glassplittern und zerschlagenen Türen und Fenstern über den Boden der Kirche zersteut waren, fand, und übergab es dem Dechanten von Echternach. Seit 1828 ruhen diese Restreliquien des hl. Willibrord unter dem Hochaltar der Pfarrkirche von Echternach. Reliquien des hl. Willibrordus befinden sich noch in der St. Paulskirche in Trier, in der Willibrordkirche in Haag und in der Patrocluskirche zu Soest.

Textnachweis

Dieser Text stammt aus: "Orthodoxe Heiligenleben", Vorabdruck im Internet, S. 272 ff. Scan des Kapitels über den Hl. Willibrord. Mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber.