Maximus, erster Bischof von Turin: Unterschied zwischen den Versionen

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Der heilige '''Maximos von Turin''' gehört zu jenen Hierarchen, die am Übergang vom 4. zum 5. Jahrhundert wesentlich zur Verbreitung und Festigung des Glaubens in Norditalien beigetragen haben. Im Jahre 398 wurde Maximus Bischof von Turin. Weitere Daten über sein Leben sind spärlich; dafür vermitteln aber die ungefähr 90 Predigten, die von ihm erhalten sind, das Bild eines leidenschaftlichen Seelsorgers. Als Hirte und Lehrer konnte er das christliche Volk in einer nicht einfachen Zeit um sich sammeln. Von außen bedrohten immer wieder Barbareneinfälle die Bevölkerung, im Inneren herrschten soziale Spannungen und es galt, dem Verfall und der Auflösung der zivilen Ordnung entgegenzuwirken. In dieser Situation zeigt Maximus in seiner Verkündigung die tiefe Verbindung zwischen dem Verhalten des Bürgers und des Christen auf. Ein christliches Leben zu führen heißt zugleich seine Bürgerpflichten wahrzunehmen. Seine Predigten machen das gewachsene Bewusstsein der politischen Verantwortung der kirchlichen Autorität sichtbar, die damals angesichts der Unzulänglichkeit ziviler Verwaltung nach und nach deren Funktionen übernimmt. Auch heute, wenn auch unter gewandelten Umständen, bleibt die Verwobenheit der Pflichten eines ehrlichen Bürgers mit denen eines guten Christen aufrecht: Die Einheit des Lebens der Christen erfordert die Kohärenz zwischen Glauben und Leben, zwischen Evangelium und Kultur. Der hl. Maximos entschlief um das Jahr 415 in Turin.
  
  

Aktuelle Version vom 9. Juni 2021, 12:52 Uhr

Massimo di Torino.JPG

Gedächtnis: 25. Juni

Der heilige Maximos von Turin gehört zu jenen Hierarchen, die am Übergang vom 4. zum 5. Jahrhundert wesentlich zur Verbreitung und Festigung des Glaubens in Norditalien beigetragen haben. Im Jahre 398 wurde Maximus Bischof von Turin. Weitere Daten über sein Leben sind spärlich; dafür vermitteln aber die ungefähr 90 Predigten, die von ihm erhalten sind, das Bild eines leidenschaftlichen Seelsorgers. Als Hirte und Lehrer konnte er das christliche Volk in einer nicht einfachen Zeit um sich sammeln. Von außen bedrohten immer wieder Barbareneinfälle die Bevölkerung, im Inneren herrschten soziale Spannungen und es galt, dem Verfall und der Auflösung der zivilen Ordnung entgegenzuwirken. In dieser Situation zeigt Maximus in seiner Verkündigung die tiefe Verbindung zwischen dem Verhalten des Bürgers und des Christen auf. Ein christliches Leben zu führen heißt zugleich seine Bürgerpflichten wahrzunehmen. Seine Predigten machen das gewachsene Bewusstsein der politischen Verantwortung der kirchlichen Autorität sichtbar, die damals angesichts der Unzulänglichkeit ziviler Verwaltung nach und nach deren Funktionen übernimmt. Auch heute, wenn auch unter gewandelten Umständen, bleibt die Verwobenheit der Pflichten eines ehrlichen Bürgers mit denen eines guten Christen aufrecht: Die Einheit des Lebens der Christen erfordert die Kohärenz zwischen Glauben und Leben, zwischen Evangelium und Kultur. Der hl. Maximos entschlief um das Jahr 415 in Turin.


Troparion (4. Ton)

Du wurdest Bischof der Stadt Turin, welche du durch deine zahlreichen Predigten erleuchtetest. Den Konzilien von Rom und Turin wohntest du bei und verteidigtest dort den reinen orthodoxen Glauben; und nach einem Leben, das der Kirche geweiht war, wurdest du im reinen Frieden Christi in den Himmel geboren. Heiliger Maximos, bitte den Herrn, uns zu erretten!