Felix und Regula, Patrone von Zürich

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Ikone der Zürcher Stadtheiligen.

Gedächtnis: 11. September

Felix und Regula waren Mitglieder der thebäischen Legion. Gemeinsam mit ihrem Diener Exuperantius kamen sie über den Klausenpass ins Glarnerland. Darauf gingen sie nach Turicum (Zürich), wo sie sich niederließen und Gott dienten. Die römische Macht schickte zu ihrer Verfolgung grausame Schergen aus, um die Christen gefangen zu nehmen. Sie konnten die von der Gnade Gottes verhüllten Heiligen aber nicht sehen und liefen an ihnen vorüber. Doch in freudiger Erwartung der Krone des Martyriums gaben sich die Soldaten Gottes ihren Häschern zu erkennen und wurden auf das Kastell Turicum vor den Statthalter Decius gebracht. Dieser verhörte sie sogleich: «Seid ihr Christen, Gefährten des Mauritius, Exuperius, Candidus und Victor, oder nicht?» Der heilige Felix antwortete: «Wir sind Christen und beten Christus an, Gott, der uns geschaffen hat, und wir sind die Gefährten derer, nach denen du uns gefragt hast. Wir hoffen, mit diesen durch die Barmherzigkeit Gottes am himmlischen Reich teilhaftig zu werden. Wir opfern den Göttern nicht, noch beten wir deine Götter an, mit denen du in die Hölle hinabfahren wirst. Unseren Leib hast du zwar in deiner Gewalt, unsere Seelen aber hast nicht du in deiner Gewalt, sondern allein Gott, der uns gebildet hat.»

Da entbrannte Decius vor Wut über die Gefährten und ließ sie vom Kastell zum Gelände hinabführen, auf dem heute das Fraumünster steht. Er gab Befehl, die Heiligen auszuziehen und sie mit Ruten und Geißeln solange zu schlagen, bis kein Fetzen Haut mehr an ihrem Leibe sei. Doch Gott der Herr bewahrte seine Heiligen in dieser Prüfung. Da sagte der Tyrann zu ihnen: «Noch bin ich geduldig mit euch. Ich schwöre freilich bei den großen Göttern und bei der Milde des Kaisers Maximian, dass ich euch in glühend heiße Tiegel setzen lasse, wenn ihr unsere Götter, Merkur und Jupiter, nicht anbeten wollt.» Die Heiligen antworteten: «Der Herr ist unser Beistand, wir werden uns nicht fürchten, was man uns auch antun mag.»

Und er gab Befehl, ein Feuer anzufachen, Öl zu sieden und die Heiligen mitten hinein zu setzen. Doch der Herr machte das Öl kühl. Seine Heiligen standen darin und priesen Gott. Da hieß Decius seine Schergen, siedendheißes Blei heranzuschaffen und den Gottesknechten einzuflößen. Die heilige Regula ließ sich auch davon nicht beeindrucken sondern rief dem Statthalter zu: «Deine Folterungen sind mir süßer als Honig und Wabe.» Da ließ der ungerechte Richter diese Gerechten in den Kerker des Kastells werfen, bis er sich schrecklichere Martern erdacht hätte. Die Heiligen aber verherrlichten und priesen Gott aus einem Mund und einem Sinn und sagten: «Wir sagen dir Dank, Herr und Gott Jesus Christus, denn um deines Namens willen haben wir so vieles er-litten. »Der gottlose Richter Decius ließ darauf die Heiligen wieder zu sich rufen und wandte sich an Felix mit den Worten: «Du betest deinen Gott an und rufst zu ihm. Wo ist dein Gott?» Dieser antwortete: «Der Teufel will zur Hölle herunterziehen, und du trittst als sein Nachahmer auf.» Decius erwiderte: «Du tätest besser daran, wenn du meine Götter anbetetest, denn ich kann mit ihnen reden, und was sie mir vorschreiben, tue ich.» Hierauf riefen ihm die Heiligen zu: «Feind, warum bedenkst du nicht, wo auf der Erde du stehst? Sieh den Himmel an, die Sonne und den Mond, welche der allmächtige Gott geschaffen hat, er hat auch die Macht, unsere Seelen zu erretten. Deine Götter hinge-gen sind Dämonen, sie und du mit deinem Kaiser, ihr werdet im ewigen Feuer brennen.»Da ließ Decius etliche Räder aufrichten, voller scharfen Klingen, so gestaltet, dass sie die Körper der Heiligen zwischen sich in Stücke rissen. Die Heiligen aber erbaten den Beistand vom Himmel und die Gnade des Heiligen Geistes, damit sie das Heil Gottes sähen und der Name der heiligen Dreifaltigkeit unter den Heiden verherrlicht werde. Da schickte der Herr einen Engel, der die Räder mit starkem Wind und Unwetter schlug und zerbrach. Die Heiligen hoben sie die Augen zum Himmel und hörten eine Stimme, die sagte: «Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters, empfangt das Reich, das euch Gott seit Anbeginn der Welt bereitet hat!» Als aber die Heiligen dies hörten, riefen sie laut, rühmten Gott und sprachen: «Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen, die guten Willens sind. Herr Jesus Christus, wir loben dich, wir preisen dich in die Ewigkeiten der Ewigkeiten. Amen.» Als Decius sah, dass er mit allen Martern nichts ausrichtete, setzte er sich auf seinen Richterstuhl und verurteilte die Heiligen zum Tode. Alsbald wurden die Soldaten Gottes von den Schächern des Teufels auf die Insel zurückgebracht, wo heute die Wasserkirche steht und geheißen, ihre Nacken zu neigen. Als die heiligen Märtyrer das hörten, besangen sie den Herrn und sagten: «Deine Wege, Herr, zeige uns, und deine Pfade lehre uns. Leite uns in deiner Wahrheit und unterweise uns, denn du bist Gott, unser Heiland.» Dann neigten sie ihre Nacken. Die gedungenen Mörder schlugen ihre Häupter ab und die gesegneten Athleten starben für den Herrn einen ruhmreichen Tod. Und siehe, eine Stimme singender Engel und Heiliger wurde gehört, die sagte: «Ins Paradies mögen euch die Engel führen und mit Herrlichkeit die Märtyrer euch aufnehmen.» Alsdann nahmen die seligsten Leiber der Heiligen ihre Häupter in ihre Hände und trugen sie vom Ufer des Flusses Limmat, wo sie das Martyrium empfangen hatten, 40 Ellen gegen einen Hügel hin. Dort legten sie sich alle drei neben einander und erwählten den Ort als Grabstätte. Dies geschah im vierten Jahrhundert nach der Geburt Christi. Rund 500 Jahre später wurde der Ort auf wundersame Weise Kaiser Karl dem Großen offenbart, welcher dort eine Kirche errichten ließ. So steht heute noch das Grossmünster an jenem Ort, wo die Heiligen mit großer Zierde geruht haben und wo seit alters viele Blinde und Lahme zum Ruhm Gottes und zur Ehre der Zürcher Stadtheiligen Felix, Regula und Exuperantius geheilt worden sind.

Ihre Reliquien befinden sich seit der Reformation in Andermatt.

Gebete

Troparion (5. Ton)
Groß ist das Vermögen des Glaubens. Dem Tyrannen habt ihr die Stirn geboten und im Tode habt ihr das Leben bezeugt, heilige Märtyrer Felix, Regula und Exuperantius, bittet Christus, unsern Gott, dass Er errette unsere Seelen.

Kondakion (3. Ton)
Meer und Berge haben überwunden die thebäischen Gottesstreiter Felix, Regula und Exuperantius um in uns'rer Stadt die Macht des Feindes zu zerstören. Denn ihr Leben haben sie um Christi Willen verloren und das Leben gefunden. Lasst uns mit Ihnen auf den Lebensspender vertrauen und sagen: Deine Wege zeige uns, Herr und deine Pfade lehre uns. Leite uns in deiner Wahrheit und unterweise uns, denn Du bist Gott, unser Heiland.

Gebet vor den Reliquien

O heilige Märtyrer Felix, Regula und Exuperantius, ihr Erstlingsfrüchte Zürichs und Lichter Andermatts, vor euren heiligen Häuptern stehen wir und danken Christus unserem Haupt, dass er uns euch als ältere Geschwister im Herrn zum Vorbild gegeben hat: Geschwister im Blut seid Ihr Felix und Regula gewesen, doch ein stärkeres Band der Geschwisterlichkeit im Herrn hat euch alle Grenzen überwinden lassen: Bei euch war nicht Mann noch Frau, nicht Herr noch Diener, nicht Ägypter, noch Helvetier, sondern einmütig habt ihr mit eurem Diener Exuperantius als Kinder Gottes den Namen des Höchsten bekannt; helft auch uns im Glauben eins zu werden und Ihn zu bekennen. Auf höheren Befehl habt ihr zweimal die Heimat verlassen, um beim dritten Mal eure himmlische Heimat zu gewinnen; helft auch uns, zunächst Sein Reich und seine Gerechtigkeit zu suchen. Die Geißelung habt ihr durchgestanden; helft auch uns, die Angriffe des Feindes standhaft zu ertragen. Das siedende Öl ist euch gekühlt worden; bittet Gott, dass Er das Feuer unserer Leidenschaften lösche. In der Nacht des Kerkers habt ihr dem Herrn gedankt; helft auch uns, auf den Herrn zu vertrauen, wenn uns die Nacht umfängt. Furchtlos habt ihr dem Tyrannen die Stirn geboten und im Tode das Leben bezeugt; helft auch uns, furchtlos Ihn und Seine Liebe zu bekennen.  Oh ihr heiligen und furchtlosen Kämpfer Gottes, vor euren heiligen Reliquien versammelt, bestaunen wir eure großen Taten; vor euren Reliquien versammelt, bekennen wir die unüberwindbare Kraft Gottes; vor euren Reliquien versammelt geloben wir, uns nach eurem Beispiel bis zu unserer letzten Stunde an den Herrn zu wenden und mit euch zu beten: „Deine Wege, Herr, zeige uns und Deine Pfade lehre uns. Leite uns in Deiner Wahrheit und unterweise uns, denn Du bist Gott, unser Heiland!“ Ihm sei alle Ehre und Anbetung, mit Seinem Anfangslosen Vater und seinem Allheiligen und Guten und Lebenspendenden Geiste, jetzt und allezeit und in die Ewigkeit der Ewigkeit.