Constantin Brâncoveanu und seine Söhne

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Gedächtnis: 16. August

Der hl. Constantin Brâncoveanu war Fürst der Walachei von 1688 bis 1714 eines unabhängigen Fürstentums unter türkischer Oberhoheit. Als herausgehobene politische Persönlichkeit seiner Zeit, Kulturförderer und Mann des Glaubens, lenkte Constantin Brâncoveanu mit Weisheit die Geschicke seines Landes, das im Einflussbereich dreier großer häufig konkurrierender Imperien: des Osmanischen Reiches, des Habsburgerreiches und des Russischen Reiches. Während seiner Regierungszeit erfreute sich das Fürstentum des Friedens und prosperierte in jeder Hinsicht. Der Herr-scher förderte die Manufakturen, die Kultur, die Architektur und die Schönen Künste. Er ließ zahlreiche Kirchen und Klöster, Schulen, Spitäler und Sozialeinrichtungen erbauen. Die Zeit von Constantin Brâncoveanu ist bekannt als die blühenste Epoche der Geschichte Rumäniens. Der Baustil jener Zeit erhielt nach dem Herrscher die Bezeichnung„Brâncoveanu-Stil“. Der Herrscher setzte die Politik seiner Vorgänger fort und förderte finanziell die Christen in den Ländern unter osmanischer Herrschaft: Palästina, Syrien, Georgien, Serbien und Bulgarien, wie auch die Christen in Konstantinopel, auf dem Heiligen Berg Athos und dem Sinai. Er wurde für seine Politik und sein Wirken vom Kaiser von Österreich und dem russischen Zaren sehr geschätzt. All dies missfiel der Hohen Pforte in Konstantinopel. So wurde die gesamte Fürstenfamilie am 24. März 1714 verhaftet und nach Konstantinopel gebracht, wo sie über Monate in dem berüchtigten Gefängnis Edikul gefoltert wurden. Seine Ehefrau Maria und die sieben Töchter der Familie sind freigekommen, während der Fürst mit seinen vier Söhnen und einem Rat am 15. August, des Fürsten 60. Geburtstag, öffentlich enthauptet wurden. Die Enthauptung fand auf dem Platz vor dem Serail statt, wo wie zu einem Spektakel Tausende von Menschen mit Sultan Ahmed an der Spitze und Vertretern ausländischer Mächte in Konstantinopel versammelt waren. Andrea Memmo, der Gesandte von Venedig an der Hohen Pforte, berichtet alle Details darüber, wie diese Enthauptung von statten ging. Zuerst wurde der Fürst gefragt, ob er sein Leben und das seiner Söhne retten wollte, indem er zum Islam übertritt. Er lehnte dies kategorisch ab. Er ermunterte seine Kinder mit den Worten: „Meine Söhne! Seht, wir haben allen Besitz und alles, was wir haben, verloren; verlieren wir nicht auch noch unsere Seelen! Seid tapfer und stark und verachtet den Tod! Seht auf Christus, unseren Erlöser, was Er um unseretwillen erduldet hat und welchen grausamen Tod Er gestorben ist! Glaubt fest daran und weicht nicht von eurem wahren Glauben ab um eures Lebens und dieser Welt willen!" Danach wurden alle nacheinander enthauptet: zuerst der Rat lanache, danach die vier Söhne Constantin, Stefan, Radu und Matei, danach der Herrscher selbst.

Im Jahr 1992 wurde Constantin Brâncoveanu gemeinsam mit seinen vier Söhnen und Ianache Văcărescu von der Heiligen Synode der rumänischen Orthodoxen Kirche kanonisiert. Die heiligen Märtyrer Brâncoveanu sind die Schutzpatrone der Rumänischen Orthodoxen Metropolie von Deutschland, Zentral- und Nordeuropa.

Gebete

Troparion (3. Ton)

Du, der du für den rechten Glauben und für dein Volk den Märtyrertod auf dich genommen hast, gemeinsam mit deinen Söhnen Constantin, Stephan, Radu und Matthäus und deinem Berater Ianache. Rechtsgläubiger Fürst Constantin, bitte Christus Gott, für die Rettung unseren Seelen.

Kondakion (8. Ton)

In der Stadt des Heiligen Kaisers Konstantin, hast auch du gemeinsam mit deinen Söhnen Fürst Constantin Christus bekannt und mit der Kraft des Heiligen Kreuzes die Ungläubigen beschämt, mit Würde habt ihr alle die Krone der Märtyrer erhalten. Dafür bringen wir euch Gesänge und Lobpreis da, als Beschützer und Beter für die Kirche und das rumänische Volk.

übersetzt aus dem Rumänischen