Kloster Koutloumousiou: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Kloster Koutloumousiou''' ist ein [[Kloster]] in der [[Orthodox|orthodoxen]] Mönchsrepublik [[Athos]] in [[Griechenland]].
 
Das '''Kloster Koutloumousiou''' ist ein [[Kloster]] in der [[Orthodox|orthodoxen]] Mönchsrepublik [[Athos]] in [[Griechenland]].
  
Nach der am meisten verbreiteten Version stammte der Gründer des Klosters, der Mönch Kallistos, aus dem Hof von Koutloumous, dem Begründer der im Griechischen gleichnamigen seldschukischen Dynastie Kleinasiens. Im Deutschen wird Koutloumous als Suleiman ibn Kutalmiş bezeichnet. Der erste Wohltäter des Klosters war Kaiser Alexios I. Komninos.
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Der Gründer des Klosters, der Mönch Kallistos, stammte aus dem Hof von Koutloumous, dem Begründer der im Griechischen gleichnamigen seldschukischen Dynastie Kleinasiens. Im Deutschen wird Koutloumous als Suleiman ibn Kutalmiş bezeichnet, seine Dynastie<ref>1077-1307</ref> als Sultanat Rum oder als Sultanat Ikonion<ref>nach der Hauptstadt Konya (altgriechisch Ἰκόνιον) des Sultanats Rum</ref>. Er regierte von 1077 bis zu seinem Tode 1086.
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Der Stifter des Klosters wurde im 14. Jahrhundert vom Protos Isaak als der tugendhafte Heilige Koutloumousis beschrieben, "der Auserwählte und Geliebte Gottes, der in allen Dingen am besten ist".
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Der erste Wohltäter des Klosters war der Überlieferung nach der byzantinische Kaiser Alexios I. Komnenos (1081-1118).
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Das Kloster fand eine schriftliche Erwähnung, als 1169 die Vertreter von 28 Klöstern der Mönchsrepublik ein Dokument unterzeichneten, darunter auch der Abt von Koutloumousiou. Frühere, das Kloster betreffende  Dokumente, sind nicht erhalten. 1169 wurde das Kloster als bereits lange bestehend bezeichnet.
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Das Koutloumousiou-Kloster nahm im Laufe der Jahrhunderte an allen geistlichen und kulturellen Bewegungen des Ostens teil, erlitt aber auch viele Umwälzungen: den Vierten Kreuzzug (1204), die kaiserliche Gewalt nach dem Widerstand des Berges Athos gegen die Pseudounion mit den päpstlichen Lateinen in Lyon (1274), die Plünderungen durch die Katalanen (1307-1309), die Überfälle türkischer Piraten (14. Jahrhundert), die  Osmanische Sklaverei (1424-1912) wie auch Erdbeben und Brände.
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Kurz vor 1362 wurde Chariton von Imbros zum Abt gewählt, welcher einen heiligen Eifer für das Kloster an den Tag legte und so zum bedeutendsten Abt in der Klostergeschichte wurde. Seine leidenschaftlichen Appelle und Bitten an die Herrscher von Ungarn und der Walachei fruchteten in enormen materiellen Zuwendung und Landschenkungen, womit ein großartiges Programm zum Wiederaufbau der Klosteranlage finanziert werden konnte.
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Das Ergebnis dieser Beziehung zu den Herrschern war der tiefe Einfluß, den die byzantinische Kultur auf das geistliche Leben der Donauprovinzen ausübte. Chariton wurde zum Metropoliten der Ungaro-Walachei ernannt, während er weiterhin seine Pflichten als Abt seines Klosters wahrnahm.   
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== Adresse ==
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* Iερά Μονή Κουτλουμουσίου 630 86 Καρυές, Άγιον Όρος
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* Telefon: 23770 23226
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== Weblinks ==
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[http://koutloumous.com/el/%CE%B1%CF%81%CF%87%CE%B9%CE%BA%CE%B7/ Webseite des Klosters Koutloumousiou]
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== Anmerkungen ==
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[[Kategorie:Athos]]
 
[[Kategorie:Athos]]

Aktuelle Version vom 10. März 2018, 08:59 Uhr

Das Kloster Koutloumousiou ist ein Kloster in der orthodoxen Mönchsrepublik Athos in Griechenland.

Der Gründer des Klosters, der Mönch Kallistos, stammte aus dem Hof von Koutloumous, dem Begründer der im Griechischen gleichnamigen seldschukischen Dynastie Kleinasiens. Im Deutschen wird Koutloumous als Suleiman ibn Kutalmiş bezeichnet, seine Dynastie[1] als Sultanat Rum oder als Sultanat Ikonion[2]. Er regierte von 1077 bis zu seinem Tode 1086.

Der Stifter des Klosters wurde im 14. Jahrhundert vom Protos Isaak als der tugendhafte Heilige Koutloumousis beschrieben, "der Auserwählte und Geliebte Gottes, der in allen Dingen am besten ist".

Der erste Wohltäter des Klosters war der Überlieferung nach der byzantinische Kaiser Alexios I. Komnenos (1081-1118).

Das Kloster fand eine schriftliche Erwähnung, als 1169 die Vertreter von 28 Klöstern der Mönchsrepublik ein Dokument unterzeichneten, darunter auch der Abt von Koutloumousiou. Frühere, das Kloster betreffende Dokumente, sind nicht erhalten. 1169 wurde das Kloster als bereits lange bestehend bezeichnet.

Das Koutloumousiou-Kloster nahm im Laufe der Jahrhunderte an allen geistlichen und kulturellen Bewegungen des Ostens teil, erlitt aber auch viele Umwälzungen: den Vierten Kreuzzug (1204), die kaiserliche Gewalt nach dem Widerstand des Berges Athos gegen die Pseudounion mit den päpstlichen Lateinen in Lyon (1274), die Plünderungen durch die Katalanen (1307-1309), die Überfälle türkischer Piraten (14. Jahrhundert), die Osmanische Sklaverei (1424-1912) wie auch Erdbeben und Brände.

Kurz vor 1362 wurde Chariton von Imbros zum Abt gewählt, welcher einen heiligen Eifer für das Kloster an den Tag legte und so zum bedeutendsten Abt in der Klostergeschichte wurde. Seine leidenschaftlichen Appelle und Bitten an die Herrscher von Ungarn und der Walachei fruchteten in enormen materiellen Zuwendung und Landschenkungen, womit ein großartiges Programm zum Wiederaufbau der Klosteranlage finanziert werden konnte.

Das Ergebnis dieser Beziehung zu den Herrschern war der tiefe Einfluß, den die byzantinische Kultur auf das geistliche Leben der Donauprovinzen ausübte. Chariton wurde zum Metropoliten der Ungaro-Walachei ernannt, während er weiterhin seine Pflichten als Abt seines Klosters wahrnahm.

Adresse

  • Iερά Μονή Κουτλουμουσίου 630 86 Καρυές, Άγιον Όρος
  • Telefon: 23770 23226

Weblinks

Webseite des Klosters Koutloumousiou

Anmerkungen

  1. 1077-1307
  2. nach der Hauptstadt Konya (altgriechisch Ἰκόνιον) des Sultanats Rum