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Patriarchen Bartholomaios und Neofit trafen sich in Istanbul

Die Kirchenoberhäupter nutzten die Neueinweihung der Stefanskirche in Istanbul, um innerorthodoxe Probleme zu besprechen - Hintergrundbericht von Heinz Gstrein (KNA)

Istanbul, 18.01.2018 (KAP/KNA)

Zu einem Gipfeltreffen zwischen dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. und seinem Amtsbruder aus Sofia, Patriarch Neofit, gestaltete sich vom 6. bis 8. Jänner die Neueinweihung der bulgarischen Stefanskirche in Istanbul nach fast zehnjähriger Restaurierung. Die beiden orthodoxen Kirchenführer besprachen dabei die bisher ablehnende Haltung der Bulgarischen Orthodoxen Kirche zum Konzil von Kreta, das Bartholomaios im Juni 2016 einberufen hatte, aber auch zum Ökumenismus. Neofit wurden dabei nachträglich die für ihn auf Kreta vorbereiteten Ehrengaben überreicht. Ihre Annahme lässt auf eine Annäherung zwischen dem Phanar und Sofia in der Konzilsfrage hoffen.

Zweiter Gesprächsschwerpunkt waren die jüngsten Bemühungen der bulgarischen Orthodoxen um die schon 1967 entstandene, doch bis heute gesamtorthodox nicht anerkannte Mazedonische Orthodoxe Kirche im Staat von Skopje. Die Bulgaren wollen dieser endlich zur kanonischen Anerkennung verhelfen. Dem widersetzt sich jedoch weiter heftig das seit 1920 in Mazedonien zuständige Patriarchat von Belgrad.

Bartholomaios soll nun den bulgarischen Vorstoß grundsätzlich gebilligt, doch Neofit um Rücksichtnahme auf die Serben gebeten haben. Das Ökumenische Patriarchat verdankt es diesen weitgehend, dass das kretische Konzil überhaupt gelingen konnte. Stolperstein zwischen Griechen und Bulgaren Die "eiserne" Stefanskirche am Goldenen Horn war in ihrer 120-jährigen Geschichte bisher mehr ein Stolperstein für das innerorthodoxe Verhältnis von Griechen und Bulgaren. Sie wurde nach Errichtung einer eigenen bulgarischen Kirchenverwaltung (Exarchat) außerhalb des Ökumenischen Patriarchats im späten 19. Jahrhundert provokativ unmittelbar vor dessen Toren aus Eisenteilen österreichischer Herkunft zusammengebaut. Das erfolgte mit Rücksicht auf die bis heute geltende osmanische Bauordnung, die "Montagen" auch ohne Baugenehmigung gestattet. Eine solche war den Istanbuler Bulgaren dank Einflussnahme des Phanars bei den türkischen Behörden verwehrt worden.

Zwischen dem Patriarchat von Konstantinopel und der eigenständig gewordenen bulgarischen Orthodoxie wurde die kanonische Ordnung zum ersten Mal 1945 wiederhergestellt.

Als sich jedoch bald darauf das nun anerkannte Exarchat eigenmächtig weiter zum Patriarchat erhöhte, wurde die Kirchengemeinschaft mit Sofia noch einmal bis 1961 unterbrochen. Seitdem herrschte zwischen dem Phanar und Sofia kirchlich wieder Frieden, nicht jedoch auf dem für die griechische und bulgarische Minderheit heißen Istanbuler Boden. Auch die Hilfestellung von Bartholomaios I. bei Überwindung des Schismas zwischen ehemaligen "Kollaborateuren" und postkommunistischen "Alternativen" innerhalb der bulgarisch-orthodoxen Kirche in den 1990er Jahren konnte die gespannte Lage dort nicht verbessern. Noch 2002 musste der Patriarchalvikar von Bartholomaios für die Region am Goldenen Horn, Metropolit Iakovos Sophroniadis, ins tür