Kosmas und Damian (von Rom), Hll. Uneigennützige

Aus Orthpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hll. Uneigennützige Kosmas und Damian

Vita

Die hll. Märtyrer und uneigennützigen Kosmas und Damian, zwei Blutsbrüder, lebten in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts. Ihre Eltern waren vornehme und reiche Römer. Als Christen erzogen sie ihre Kinder nach den Geboten und Lehren des Herrn, bemühten sich ihnen vor allen eine lebendige Erinnerung an das Gedenken Jesu Christi einzuprägen und danach erst erlaubten sie ihnen sich auch den weltlichen Wissenschaften zu widmen.

Die Heilkunst gefiel ihnen am meisten. Mit Liebe erlernten sie die verschiedenen Krankheitsbilder der Menschen, und erwarben sich mit Eifer das Wissen um die Heilkräfte verschiedener Kräuter und Pflanzen. Das Wort des Evangeliums „die Kranken heilt, Aussätzige macht rein, Tote weckt auf, treibt die Dämonen aus; umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es auch“ (Mt 10,8) berührte sie tief. Sie beschlossen ihr ganzes Leben dieses Gebot einzuhalten. Der Herr segnete ihr Vorhaben und gab ihnen eine besondere Gabe - die der ärztlichen Behandlung und die der Heilung. Jede Erkrankung verlor ihre Kraft. Leidende Menschen und Tiere wurden gesund, sobald die heiligen Ärzte ihnen ihre Hände auflegten. Die Wundertäter nahmen nicht nur keine Gegenleistung für die Heilung, sonder halfen sogar noch den Mittellosen. Ihre ganze Habe, die ihnen ihre Eltern nach dem Tod hinterlassen hatten, verkauften und verteilten sie Armen. Auf diese Weise erwiesen sie sich im vollen Sinne des Wortes als Uneigennützige.

In einer Zeit der fürchterlichen Christenverfolgung, als die Heiden herrschten, entschlossen sie sich ihre Gnadengabe zur Ehre des Namens Christi zu benutzen. Hierfür liefen sie durch Rom und die Orte, Städte und Dörfer seiner Randgebiete, und warben noch vor der Anwendung ihrer Heilkunst für die Lehre des Christentums. “ Ihr sollt wissen - ” : so sprachen sie zu den Kranken, “-, dass wir nur unsere Hände auf euch legen, und mit unserer Kraft nichts zu tun vermögen, sondern alles vollbringt die allmächtige Kraft Christi, des einigen wahren Gottes. Wenn ihr wahrhaft an Ihn glaubt, dann werdet ihr gesund.” Die Kranken glaubten, und erhielten die Gesundung. [152] Auf diese Weise wuchs die Herde Christi täglich. Es versteht sich von selbst das eine solche Tätigkeit vor der heidnischen Regierung nicht verborgen bleiben konnte. Wenn in dieser Zeit schon Christen gefoltert und hingerichtet wurden, was sollten da offene Bekenner und Verkünder Christi für sich erwarten? Über die heiligen Kosmas und Damian wurde eine Eingabe an den Kaiser eingereicht.

Zu jener Zeit residierte in Rom Kaiser Karin, ein Sohn von Mark Aurel Kara, der nach dem Tod desselben, im Jahre 283 n. Chr. zusammen mit seinem Bruder Numerian die Kaisermacht erhalten hatte. Als Kaiser Karin die Anschuldigung erhalten hatte, schickte er unverzüglich Krieger aus, um die christlichen Ärzte festzunehmen und vor Gericht zu stellen. Ihren ständigen Aufenthaltsort hatten die Heiligen in einer Siedlung in der Nähe Roms, wo sich der Besitz ihrer Eltern befand. Dorthin machten sich die Soldaten auf. Auf dem Dorf angekommen fragten sie nach Kosmas und Damian. Die Gläubigen verstanden, dass Gefahr droht und benachrichtigen sofort die Heiligen, mit der Bitte sich irgendwo zu verstecken, wenigsten für eine gewisse Zeit. Die Heiligen selbst wollten sich den Soldaten stellen, da sie von dem Verlangen brannten für Christus zu leiden, aber die Gläubigen, die sich in einer großen Menge versammelt hatten, flehten sie an ihr Leben nicht um ihrer selbst willen zu schonen, sondern um der Rettung vieler Willen. So wurden die, in Freiheit verbliebenen, Heiligen in einer Höhle versteckt.

Nachdem die Soldaten lange erfolglose Durchsuchungen angestellt hatten, nahmen sie voll Zorn einige angesehene Männer der Ortschaft fest, schmiedeten sie in Ketten, und führten sie nach Rom. Sobald Kosmas und Damian davon erfuhren, verließen sie unverzüglich die Höhle, holten die Soldaten ein, und baten um Loslassung der Unschuldigen, an deren statt sie sie festnehmen sollte, wie ihnen befohlen worden war. Da wurden Kosmas und Damian in Ketten eingeschmiedet. So wurden sie nach Rom gebracht und blieben in Ketten bis zum nächsten Tag.

Am folgenden Tag wurde über sie Gericht gehalten, und zwar vom Kaiser selbst. Als man sie Sträflinge vor den Kaiser brachte, fragte sie der Herrscher: “Seid ihr diejenigen, die unsere Götter bekämpfen? Indem ihr durch magische Hinterlist Krankheiten heilt verführt ihr das einfache Volk, von den väterlichen Göttern und Gebräuchen abzufallen. Also bringt den Göttern ein Opfer dar, die so Langmütig gegen euch sind, dass sie euch bis jetzt noch nichts Böses taten.”

“Wir verführen niemanden, - antworteten die Heiligen, - wir kennen keine Magie, nie taten wir jemandem Böses, sondern wir heilen Krankheiten durch die Kraft unseres Heilandes Jesus Christus indem wir Sein Gebot einhalten: „Heilt die Krankheiten, reinigt die Aussätzigen, Tote weckt auf, Teufel treibt aus; umsonst habt ihr es empfangen umsonst gebt es auch“ (Mt 10,8). Wir streben keinen Besitz an, sondern die Rettung der Seelen der Menschen. Erkenne auch du Kaiser, den wahren Gott - und verlasse die törichten Götzen.

- „Ich habe euch nicht zum Klugreden hergerufen, sondern damit ihr den Göttern opfert! - schrie der Kaiser.

- „Wir bringen dem einigen Gott Opfer dar, -antworteten die Heiligen. -”Unser Gott ist der Schöpfer alles Geschaffenen, und deine Götzen - sind Werke von Menschenhand. “

- „Beleidigt nicht die ewigen Götter, - rief Karin, -betet sie an, im anderen Fall [153] erwarten euch Foltern.”

Da antworteten die heiligen Uneigennützigen voll Heiligen Geistes und sagten: “Du wendest dich vom wahren Gott ab, deshalb möge sich, - zu Deiner Beschämung, dein Gesicht von seinem Ort abwenden.”

Bei diesen Worten veränderte sich das Gesicht des Imperators augenblicklich und wurde schief. Das Volk, welches dies sah, rief aus: “Groß ist der christliche Gott, und es gibt keinen Gott außer Diesem! “ Da glaubten viele an Christus und baten die heiligen Ärzte, dass sie den Kaiser heilten; der Kaiser selbst bat sie darum.

- „Nun weiß ich in Wahrheit, -sprach er, “dass ihr Diener des wahren Gottes seid. Ich bitte euch, dass ihr so wie ihr viele Kranken geheilt habt, jetzt auch mich gesund macht. Ich glaube, dass es keinen anderen Gott gibt, außer dem Gott, den ihr verkündigt.”

- „Wenn du an Ihn glaubst von ganzem Herzen, dann heilt Er dich.” antworteten die Heiligen.

Da rief der Kaiser aus: “Ich glaube an Dich Herr Jesus Christus, wahrer Gott, erbarme Dich meiner und gedenke nicht meines früheren Ungehorsams!”

Nach diesen Worten kam sein Hals wieder zurecht und sein Gesicht stand wieder am vorigen Ort. Da erhob er sich von seinem Platz, und brachte zusammen mit dem ganzen Volk dem Herrn Dank dar.

Und die Heiligen wurden mit Ehren in ihr Haus entlassen.

Die benachbarten Bürger, die von dem Vorfall hörten, kamen um die Heiligen zu begrüßen, nahmen sie mit Freuden auf, jubelten und priesen Gott. Wie früher begannen die Heiligen wieder die Städte und Dörfer zu durchwandern, Kranke zu heilen und Ungläubige zu Christus zu führen. Dennoch dauerte ihr Leben nach diesen Ereignissen nicht mehr lange. Der Teufel erdachte nach dieser misslungenen Versuchung ein neues Mittel.

Der berühmte Arzt, bei welchem die Heiligen gelernt hatten, stellte fest, dass sein Ruhm gegenüber dem der heiligen Ärzte mehr und mehr verblasste, und entbrannte in Neid. Der Neid aber führte zum Mord, und damit wiederholte sich die Geschichte mit Kain.

Er rief die beiden Ärzte zu sich und überredete sie heuchlerisch mit ihm zusammen in die Berge zu gehen, um Heilpflanzen zu sammeln. Dort angekommen schlug er vor, dass jeder für sich allein Kräuter sammelt, damit sie insgesamt mehr zusammen bringen. Die Brüder gehorchten auch diesem Vorschlag und trennten sich von einander.

Darauf nur hatte der heimtückische Lehrer gewartet. Die Einsamkeit ausnützend erschlug er mit Steinen zuerst einen, dann den anderen. In der Nähe befand sich ein kleiner Fluss. Am Ufer dieses Flusses vergrub er die Leiber der Heiligen. So litten die Heiligen uneigennützigen Ärzte Kosmas und Damian.

Dies geschah zu Lebzeiten desselben Imperators Karin, also nicht nach 285 n. Chr. Aus ihrer Lebensbeschreibung und dem Urtext ihrer Vita geht hervor, dass sie schon in jungem Alter Märtyrer wurden. Nach dem Sieg des Christentums in Rom wurde einer der ehemaligen heidnischen Tempel in eine Kirche umgewandelt und den Heiligen Uneigennützigen Kosmas und Damian geweiht. Ein Mosaik, in der ihnen geweihten Kirche zu Rom, welche von Bischof Felix IV. im Jahre 520 bis 530 errichtet wurde, gilt als die älteste Darstellung der hll. Kosmas und Damian.


Gebete

Troparion (8. Ton)

Heilige Ärzte und Wundertäter, seht unsere Schwachheiten an: Umsonst habt ihr empfangen, gebt auch uns umsonst.

Kontakion (2. Ton)

Die Ihr die Gnadengabe der Heilungen empfangen habt, schenket die Gesundheit der in Nöten Befindlichen, wundertätige, ruhmreiche Ärzte; doch durch Eure Heimsuchung schluget Ihr auch den Hochmut der Feinde nieder, die Welt heilend durch Wunder.

Lobpreis

Wir preisen Euch hoch, o ruhmreiche Wundertäter Kosmas und Damian, und verehren Euer ehrwürdiges Leiden, das Ihr um Christus willen erduldet habt.

Gedächtnis

1. Juli nach julianischen Kalender (entspricht dem 14. Juli nach gregorianischem Kalender)