Levitikus

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Levitikus (griech. Λευιτικόν auf die Leviten bezogen) oder 3. Buch Mose, ist das dritte Buch des Alten Testamentes und des jüdischen Tanach. Es enthält, neben Exodus 19-40 und Numeri 1,1-10,10 die Offenbarungen Gottes auf dem Sinai. Das Buch besteht somit fast vollständig aus Vorschriften, Ge- und Verboten für die Priester aus dem Stamm Levi (daher der Name) bzw. für das alltägliche (religiöse) Leben der Israeliten. Eine Ausnahme bildet das Verbot, Kinder dem Moloch zu weihen: dies gilt für Israeliten, wie für ""Fremdlinge in Israel".[1] Fast das ganze Buch besteht aus Worten Gottes; 56mal heißt es: "Der Herr redete mit Mose", 42mal "Ich bin der Herr".[2]

Die Bücher des Alten Testaments
Zählung und Benennung nach der Septuaginta.
Eingeklammerte Namen sind alternative Benennungen, z.B. nach der Lutherbibel.
Pentateuch
Genesis (1.Mose) | Exodus (2.Mose) | Levitikus (3.Mose)
Numeri (4.Mose) | Deuteronomium (5.Mose)
Geschichtsbücher
Josua | Richter | Rut

1. Buch der Könige (1. Samuel) | 2. Buch der Könige (2. Samuel)
3. Buch der Könige (1. Könige) | 4. Buch der Könige (2. Könige)
1. Buch Paralipomenon (1. Chronik) | 2. Buch Paralipomenon (2. Chronik)
1. Buch Esra (Esra) | Nehemia
Ester mit Zusätzen | Judit | Buch Tobit (Tobias)
1. Buch der Makkabäer | 2. Buch der Makkabäer |
3. Buch der Makkabäer | 4. Buch der Makkabäer

Lehrbücher
Psalmen | Buch der Oden (mit Gebet des Manasse)
Buch der Sprichwörter (Sprüche)

Ecclesiastes (Prediger, Kohelet) | Hoheslied | Job (Hiob, Ijob)
Weisheit Salomos (Weisheit) | Jesus Sirach

Propheten
Die kleinen Propheten, oder die Zwölf (Dodekapropheten)

Osee (Hosea) | Joel | Amos | Obadja (Abdias) | Jonas (Jona)
Michäas (Micha) | Nahum | Habakuk | Sophonias (Zefanja) | Aggäus (Haggai)
Zacharias (Sacharjas) | Malachias (Maleachi)

Die großen Propheten

Isaias (Jesaja) | Jeremias (Jeremia) | Baruch | Klagelieder Jeremias
Brief des Jeremia | Ezechiel (Hesekiel) | Susanna | Daniel mit Zusätzen

Der Sündenbock. Gemälde von William Holman Hunt, 1854.

Hauptthema

Die Gesetze zu Opfern, Feiertagen und kultischen Handlungen illustrieren den Abstand zwischen dem heiligen Gott und dem Menschen. Das Buch Levitikus zeigt, wie dieser Abstand durch immer neue Reinigung, Sühne und Opfer überbrückt werden kann. Hauptthema des Buches ist daher die Heiligung und damit verbunden die Frage, wie sich ein sündiger Mensch dem heiligen Gott nähern kann. Es wird gezeigt, dass der Heiligkeit Gottes auch eine (abgestufte) Heiligkeit des Volkes entsprechen sollte[3], wie es in Kapitel 19,2 programmatisch heißt: "Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der Herr, euer Gott". Das Wort "heilig" lässt sich über 80 mal finden.[4] Der in Kapitel 16 beschriebene große Versöhnungstag (Jom Kippur), an dem der Hohepriester in das Allerheiligste ging, um Sühne für die Sünden des volkes zu erwirken, kann als messianische Verheißung, als Vorausdeutung auf Christus gelesen werden.

Verfasser

Das Buch selbst nennt keinen Autor. Der Verfasser der fünf Bücher Mose ist nach gemeinsamer jüdischer und christlicher Meinung jedoch Moses selbst. So spricht auch Jesus Christus selbst von den Schriften Moses(Joh 5,46 LUT, Luk 24,27 LUT).
Dagegen gibt es seit dem Mittelalter Versuche, die Autorschaft in verschiedene Quellen und Epochen aufzuspalten, da z.B. in allen 5 Büchern Moses die Ereignisse ohne Ich-Erzähler dargestellt werden und zwischen der Zeit des Mose und der Zeit des Erzählers oder der Erzähler unterschieden wird.[5]

Gliederung

Die hier verwendete Gliederung oreientiert sich am Eintrag der Thompson-Studienbibel, S. 1739. Es gibt alternative Gliederungen. Besonders hervorzuheben ist der Eintrag im Wissenschaftlichen Bibellexikon im Internet WiBiLex der Deutschen Bibelgesellschaft zum Lemma Levitikus, denn hier werden die Kapitel 17-26 als Heiligkeitsgesetz gegliedert. Das Heiligkeitsgesetz ist eine Textfolge, welche die Relation Heiligkeit Jahwes und Heiligung Israels wiederholend beschreibt. "Die thematische und rechtsgeschichtliche Eigenbedeutung des Heiligkeitsgesetzes beruht darauf, dass es Israels Gesetzesgehorsam an die grundlegende Qualität seiner Heiligkeit bindet."[6]

Der Zugang zu Gott (Kap. 1-10)

  1. Der Zugang zu Gott wird ermöglicht durch Brandopfer zur Sühne und Heiligung (z.B. in Kap. 1; 6,1-6), durch Speisopfer als Zeichen des Dankes (Kap. 2; 6,7-16), Dankopfer als Zeichen der Gemeinschaft (Kap. 3; 7,11-34), Sündopfer zur Vergebung (Kap. 4; 6,17-23) oder Schuldopfer zur Vergebung (Kap. 5,14-26; 7,1-7).
  2. Neben dem Zugang zu Gott durch Opfer, beschreibt Levitikus auch den Zugang durch Vermittlung des Priesters. Dabei werden die äußeren Umstände des Priestertums - Berufung und Reinigung (Kap. 8,1-6) oder Kleidung und Weihe (Kap. 8,7-13) - ebenso beschrieben, wie die inneren, nämlich Sündhaftigkeit (Kap. 10) und Entsühnung (Kap. 8,14-34) der Priester. Historisch bedeutend ist, das hier (in Kap. 8-10) der Beginn des Kultes am Sinai verzeichnet ist.

Gesetze zur Lebensführung (Kap. 11-22; 24)

  1. Ernährung - Welche Tiere sind rein und welche unrein und durften daher nicht gegessen werden. (Kap. 11)
  2. Sauberkeit - Fragen zur rituellen Reinheit zum Aussatz und damit verbunden auch der Hygiene. (Kap. 12 - 20). Jesus nimmt zu den Aussätzigen eine andere Position, als hier beschrieben ein und geht zu ihnen, um sie zu heilen (Lk 5,12-16 LUT). Hervorzuheben ist Kapitel 19 (LUT), das Gesetz zur Heiligung des täglichen Lebens, in dem das von Jesus selbst als wichtigstes Gebot[7] bezeichnete "Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst" (Kap. 19,18), geboten wird.
  3. Reinheit - Reinheit der Priester und Opfer. (Kap. 21-22)
  4. Andere Aspekte des täglichen Lebens, wie z.B. der Sabbat und Jahresfeste. (Kap. 22-26)

Die fünf jährlichen Feste (Kap. 16; 23)

  1. Passa, beginnend am 14. Nisan und das Fest der ungesäuerten Brote zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten, (Kap. 23, 5-14)
  2. Das Wochenfest, beginnend am 6. Siwan, zur Erinnerung an den Empfang des Gesetzes - und gleichzeitig Erntefest. (Kap. 23, 15-22)
  3. Das Fest der Posaunen, auch Neumondsabbat oder Neujahrsfest, am 1. Tischri. (Kap. 23, 24-25)
  4. Der Große Versöhnungstag oder Jom Kippur, am 10. Tischri. An diesem Tag ging der Hohepriester in das Allerheiligste, um Sühne für die Sünden des Volkes zu erwirken. Dabei machte er zunächst die Sünden des Volkes Israel bekannt und übertrug sie durch Handauflegen symbolisch auf einen Ziegenbock, der damit zum Sündenbock wurde. Mit dem Vertreiben des Bocks in die Wüste wurden diese Sünden mitverjagt.[8] Der Versöhnungstag ist ein strenger Fasttag. (Kap. 16; 23, 27-32)
  5. Das Laubhüttenfest beginnt am 15. Tischri zur Erinnerung an das Nomadenleben in der Wüste. (Kap. 23, 33-43)

Soziale Verordnungen und Einrichtungen (Kap. 25-27)

  1. Der Sabbat (Kap. 23,3)
  2. Das Sabbatjahr wurde jedes siebte Jahr begangen, in dem das Ackerland brach liegen musste. (Kap. 25, 2-7)
  3. Das Erlassjahr wurde auch Jubeljahr oder Halljahr genannt. Jedes 50. Jahr wurden Sklaven freigelassen und die ursprünglichen Besitzverhältnisse wiederhergestellt. (Kap. 25, 8-16)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Levitikus 20,2 (LUT)
  2. Vgl. Thompson-Studienbibel, Neuhausen-Stuttgart 1986, S. 1739.
  3. Vgl. Wissenschaftliches Bibellexikon im Internet: Leviticus.
  4. Vgl. Thompson-Studienbibel, Neuhausen-Stuttgart 1986, S. 1739.
  5. Vgl. Wikipedia: Tora-Autorschaft (13.06.15).
  6. Theodor Seidl: Heiligkeitsgesetz. In: Michaela Bauks, Klaus Koenen, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart 2006 ff.
  7. Vgl. dazu Markus 12,31 (LUT).
  8. Vgl. Wikipedia: Sündenbock (15.06.15)
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